Nordenham - Für Projekte wie Musealog wurde der neudeutsche Begriff Win-Win-Situation erfunden. Rico Mecklenburg, der Vorsitzende des Vereins zum Erfassen, Erschließen und Erhalten der historischen Sachkultur im Weser-Ems-Gebiet, geht noch einen Schritt weiter. Für ihn gibt es bei Musealog mehr als nur zwei Gewinner: die Teilnehmer, die Museen, die zukünftigen Arbeitgeber und die ganze Region. Insgesamt 22 Männer und Frauen des 27. Musealog-Jahrgangs haben in den vergangenen acht Monaten eine Weiterbildung zum Fachreferenten für Sammlungsmanagement und Qualitätsstandards in Museen absolviert. Am Montag erhielten sie bei einer Abschlussveranstaltung im Museum Nordenham ihre Zertifikate.

Musealog ist ein Projekt für arbeitssuchende Akademiker, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern wollen. Sie werden gezielt auf die Tätigkeit in Museen vorbereitet. Seit der Gründung vor 21 Jahren haben 543 Männer und Frauen aus ganz Deutschland die Weiterbildung absolviert. Sie besteht aus Fachseminaren und EDV-Schulungen sowie zu einem großen Teil aus der praktischen Arbeit in einem der zehn beteiligten Museen im Oldenburger Land.

Das Nordenham-Museum gehört seit 2004 dem Musealog-Verbund an. In dieser Zeit waren hier 36 Musealogen im Einsatz. Unter anderem haben sie sich um die Konzeption von Sonderausstellungen und um die Inventarisierung gekümmert. Museumsleiter Dr. Timothy Saunders ist sehr dankbar für die Unterstützung.

In Nordenham war in den vergangenen Monaten Christian Schnoor aus Haselünne tätig. Der 34-Jährige hat unter anderem die Ausstellung „Jugendstil – Kunst auf neuen Wegen“ vorbereitet, die am 2. Juni eröffnet wird. Er war aber auch im Besucherservice und in der Museumspädagogik tätig. Das Fazit von Christian Schnoor ist positiv: „Musealog hat mir viel gebracht. Ich habe in kurzer Zeit viel gelernt.“

Der Musealog-Leiter Dirk Heisig betont, dass die Qualifizierung, die über Bildungsgutscheine der Arbeitsagentur finanziert wird, in der deutschen Weiterbildungslandschaft einzigartig ist. Erhebungen zeigen, dass sie auch erfolgreich ist. Von den 22 Musealogen aus 10 verschiedenen Bundesländern, die im September 2017 begonnen hatten, haben 5 inzwischen einen Job gefunden. Im Durchschnitt ist dies ein halbes Jahr nach Kursende bisher rund 70 Prozent aller Musealogen gelungen. Für den Durchgang 2016/2017 lag die Quote bei 82,4 Prozent.