NORDENHAM - Vor dem Haus Weserstrand im Großensieler Hafen parkten am Sonnabend viele Dutzend Autos. Aber nach einem Wagen mit Wesermarsch-Nummernschild musste man lange suchen. Aus allen Teilen Deutschlands und darüber hinaus reisten die ehemaligen Gymnasiasten zum Jahrgangstreffen an. Vor 25 Jahren hatten sie in Nordenham ihr Abitur gemacht.
Es war der bislang größte Jahrgang in der Geschichte des Nordenhamer Gymnasiums. 220 Schüler gehörten ihm an. 182 von ihnen machten 1984 das Abitur. 110 sind 25 Jahre später der Einladung nach Nordenham gefolgt.
Das Treffen hatten Detlef Glückselig und Peter Hinrichs organisiert. Und es begann am Nachmittag mit einem Rundgang durch die Schule. In Empfang genommen wurden die Teilnehmer von ihrem ehemaligen Schulleiter Helmut Frerichs, vom jetzigen stellvertretenden Schulleiter Hartmut Neumann, vom Oberstufen-Koordinator Herbert Kaiser und von Thomas Passmann, der als Vorstandmitglied des Gymnasium-Fördervereins gekommen war.
Feier im Haus Weserstrand
Am Abend trafen sich die Ehemaligen im Haus Weserstrand. Und dort hatten die Teilnehmer mehr oder weniger Schwierigkeiten beim Wiedererkennen der ehemaligen Mitschüler. Schließlich sind bei manch einem die Haare weniger oder die Taillen runder geworden.
Die weiteste Anreise von allen hatte Thomas Hauck. Er lebt seit 16 Jahren im US-Bundesstaat Oregon und arbeitet dort als Software-Ingenieur. „Außerdem habe ich zu Hause sechs Hühner und einen Hund“, erzählte der 43-Jährige mit unüberhörbar amerikanischem Akzent. Seinen ohnehin geplanten Besuch in Deutschland, unter anderem bei seinen Eltern in Nordenham, hatte er um eine Woche verlängert, um am Abi-Treffen teilnehmen zu können. In der Bodybuilding-Szene ist der 43-Jährige übrigens kein Unbekannter. Er holte sich vor zwei Jahren den Titel des „Natural Mr. Olympia“.
Aus der Nähe von Schwerin ist Michael Galle angereist. Der 45-Jährige hatte nach dem Abitur Theologie studiert, inzwischen ist er Pastor einer 1000-Seelengemeinde in Plate.
So wie Michael Galle gehörte auch Jens Mutschke seinerzeit zu einer Gruppe von Schülern, die in der Musikszene aktiv waren. Den 45-Jährigen hat es inzwischen nach München verschlagen, er ist dort Managing Director bei clipflakes, einem Internet-Angebot, bei dem die Benutzer nach Videoclips suchen und ein eigenes Programm zusammenstellen können.
Viel Gesprächsstoff
Viele interessante Lebensgeschichten lieferten Gesprächsstoff für einen gemütlichen Abend. Aber natürlich ging es auch um die alten Zeiten im Gymnasium, um Erlebnisse im und außerhalb des Unterrichts, um den kulinarischen Verkaufsschlager der 80er, den legendären Apfelberliner, um Skatrunden in der Rauchermensa und um Erfahrungen mit Lehrern, von denen einige noch heute am Gymnasium unterrichten.
