NORDENHAM - Gut gewickelt: Seit dem vergangenen Wochenende hat Nordenham fünf offizielle Babysitter. Unter dem Dach des Kinderschutzbundes bildete Sabine Strohbach vom Deutschen Roten Kreuz zum ersten Mal in der Unterweserstadt fünf junge Mädchen in den grundlegenden Dingen des Babysittens aus. „Die Jugendlichen sollen Rüstzeug an die Hand bekommen, um für jede Situation während der Kinderbetreuung gerüstet zu sein“, sagte die Ausbilderin.

In acht Doppelstunden lernten die 13- bis 17-jährigen Mädchen den Umgang mit Kindern und das Wickeln. Sie bekamen viele weitere hilfreiche Tipps im Umgang mit dem Nachwuchs. Zum Abschluss gab es zunächst eine praktische Prüfung und dann eine schriftliche. Davor hatten die Jugendlichen ein wenig Angst. „Ich habe noch nie eine Prüfung bestanden“, scherzte Lisa Bultmann (13). Doch Sabine Strohbach beruhigte die Mädchen: „Das ist alles halb so schlimm. Im Test wird nur das gefragt, was ihr könnt.“ Und natürlich bestanden alle fünf den Test. Jede darf sich nun offiziell Babysitterin nennen.

Die Ausbildung beinhaltete zunächst einen Erste-Hilfe-Kursus. Außerdem trafen sich die fünf Mädchen mit ihrer Kursleiterin an vier Sonnabenden, um die Schwerpunkte „Spielen und Beschäftigen“, „Wichtige Entwicklungsaspekte“, „Säuglingspflege und Wickelmethoden“, „Ernährung und Gesundheit“, „Unfallgefahren und Unfallverhinderung“ sowie „Aufsichtspflicht und Erstkontakt“ abzuarbeiten. Bestätigt wurde den Jugendlichen der Kursus mit einer offiziellen Urkunde des DRK.

Erfahrungen mit dem Betreuen von Kindern besaßen die meisten der Mädchen zwar schon vorher, doch trotzdem konnten sie noch viel Neues lernen. „Ich habe schon öfter auf kleine Kinder aufgepasst, das macht mir sehr viel Spaß. Aber vieles war mir so noch gar nicht bewusst“, sagte Janine-Christin Anschütz (15). Maren Esser (15) geht es da ähnlich: „Immer wenn meine Nichte bei uns zu Besuch ist, dann kümmere ich mich ums sie. Jetzt weiß ich dabei auch genau, was ich zu tun habe.“

Die Ausbildung fanden die Babysitter sehr gelungen. „Der Kursus hat sehr viel Spaß gemacht und wir haben eine Menge gelernt“, sagte Lena Mühlan (14). Ihre Mitstreiterin Lisa Bultmann (13) fügte hinzu: „Das was uns alles erklärt wurde, können wir bestimmt gut gebrauchen.“

Die Initiative für den Kursus kam vom Familien- und Kinderservicebüro. „In Nordenham soll es eine qualifizierte Kinderbetreuung geben“, sagte Sabine Zinn, Mitarbeiterin der Einrichtung. Die Babysitter werden nun in eine Kartei aufgenommen. Interessierte Eltern können sich dann beim Kinder- und Familienservicebüro oder beim Kinderschutzbund melden, damit ihnen ein Babysitter vermittelt werden kann.

Damit die fünf ausgebildeten Aufpasserinnen nicht die einzigen bleiben, ist der nächste Kursus bereits geplant. „Im nächsten Frühjahr soll es auf jeden Fall weitergehen, damit die Kartei vergrößert werden kann und es in Nordenham eine qualifizierte Kinderbetreuung gibt“, sagte Sabine Zinn.