Navigation überspringen
nordwest-zeitung
ePaper Newsletter App Jobs Immo Trauer Shop

       zukunftstag Für Jungen Und Mädchen In Nordenham Reingeschnuppert und für gut befunden


Arne Segebrecht und Alexander Echternkamp  (von rechts) verbrachten ihren Zukunftstag  im  Haus Tongern.  Gemeinsam  mit den Bewohnern und mit der Betreuungskraft  Rolf Gerken (2. von links) bemalten sie Vogelhäuser.
Jens Milde

Arne Segebrecht und Alexander Echternkamp (von rechts) verbrachten ihren Zukunftstag im Haus Tongern. Gemeinsam mit den Bewohnern und mit der Betreuungskraft Rolf Gerken (2. von links) bemalten sie Vogelhäuser.

Jens Milde

Nordenham - Arne Segebrecht ist elf Jahre alt. Jungs in seinem Alter haben in der Regel noch sehr diffuse Vorstellungen, was sie später einmal machen wollen. Vielleicht an Autos herumschrauben, Computerspiele entwickeln oder Flugzeuge bauen. Im Seniorenheim zu arbeiten, steht auf der Hitliste jedenfalls nicht ganz oben. Das ist bei Arne anders. Er kann sich das gut vorstellen: „Sachen zusammenbauen mag ich nicht. Ich brauche Gesellschaft“, sagt er.

Die hat er am Donnerstag. Der Schüler, der die fünfte Klasse des Nordenhamer Gymnasiums besucht, ist auf Erkundungstour im Seniorenheim Haus Tongern. Der Zukunftstag für Jungen und Mädchen macht’s möglich. Hunderte von Schülern schwärmen aus, um einen ersten Einblick in die Berufswelt zu bekommen. Arne hat sich für das Pflegeheim Haus Tongern entschieden. Alexander Echternkamp ebenfalls. Gemeinsam mit den pflegebedürftigen Menschen bemalen sie Vogelhäuser, die später im Garten aufgestellt werden. Alexander ist zwölf Jahre alt und besucht die sechste Klasse der Oberschule I. „Ich wollte gerne etwas mit älteren Menschen machen“, sagt er. Das hat nicht zuletzt etwas mit seiner Uroma zu tun. „Sie ist über 90 Jahre alt, und ich verstehe mich prima mit ihr“, erzählt Alexander.

Wellness im Pflegeheim

Im Haus Tongern sind am Donnerstag vier Kinder zu Besuch. Die Jungs sind in der Gruppe mit den Männern. Die beiden Mädchen sind in der Frauenrunde im Einsatz. Hier steht Wellness auf dem Programm: Fingernägel lackieren, Hand- und Rückenmassagen.

„Unsere Bewohner genießen es, wenn sie Kontakt zu Kindern haben“, sagt die Einrichtungsleiterin Carina Mauritschat. Sie freut sich über das Interesse der Kinder an einem Beruf, der in Schlagzeilen gekommen ist. Überall ist vom Pflegenotstand die Rede, von schlechter Bezahlung und miesen Arbeitsbedingungen. Was aus ihrer Sicht zu kurz kommt, sind die schönen Seiten des Berufs. „Pflege ist nicht nur Belastung“, sagt sie. „Man bekommt auch ganz viel zurück von den Menschen.“

Natürlich weiß auch Carina Mauritschat, dass Pflegekräfte nicht an den Bäumen wachsen und dass viel getan werden muss, um den Beruf attraktiver zu machen. Aus ihrer Sicht sind die Verdienstmöglichkeiten aber nicht schlecht, vor allem für diejenigen, die die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen. Außerdem sei Geld nicht alles. „Ein wichtiger Faktor sind die Arbeitsbedingungen. Wir wollen, dass jeder in unserem Team gerne zur Arbeit geht und Spaß an seinem Job hat.“

In vielen Unternehmen sind am Donnerstag Schüler unterwegs: beim Friseur, in der Kfz-Werkstatt, beim Tischler, in den großen Industriebetrieben, bei Banken, Versicherungen und Behörden. Auch bei der Stadt Nordenham tummeln sich die „Zukunftskinder“. „Es sind allerdings nicht so viele wie in den vergangenen Jahren“, erzählt die Gleichstellungsbeauftragte Karin Windheim-Czichon, die sich gleichwohl darüber freut, dass drei Jungs in die Kindergartenarbeit hineinschnuppern. Schließlich ist männliches Personal in den Kitas die absolute Ausnahme. Und gerade deshalb sind Männer dort besonders gern gesehen.

Leah Bierfischer hat sich für den Zukunftstag eine ganz andere Arbeitsstelle ausgesucht. Die Elfjährige ist bei Nordenham Marketing & Touristik untergekommen. Gemeinsam mit der NMT-Geschäftsführerin Ilona Tetzlaff und der Auszubildenden Annika Ahrends ist sie am Donnerstagvormittag im Friedeburg-Park unterwegs. Ein Tag beim Tierarzt wäre für die Fünftklässlerin des Nordenhamer Gymnasiums auch in Frage gekommen. „Aber ich wollte auch schon immer mal wissen, was NMT eigentlich ist“, erzählt sie. Die Klassenkameraden hatten jedenfalls große Fragezeichen in den Augen, als sie ihnen erzählte, dass sie ihren Zukunftstag bei NMT verbringt.

Standplätze vermessen

An diesem Freitag wird sie ihnen erzählen können, dass der Verein unter anderem Garten & Ambiente ausrichtet. Denn bei ihrem NMT-Einsatz hilft sie mit, die Standplätze für die Aussteller auszumessen, die an der Landpartie teilnehmen.

„Sehr interessant“ lautet das Urteil der Elfjährigen nach ihrem Schnuppertag bei NMT, wo Vater Bernd Bierfischer als ehrenamtlicher Kassenwart tätig ist. Zurzeit hat die Schülerin allerdings ein ganz anderes Ziel vor Augen. „Ich möchte gerne Lehrerin werden“, sagt sie. „Aber das kann sich natürlich auch noch ändern.“

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion

VfB verpflichtet Orhan Ademi auf letzten Drücker Das ist Oldenburgs neue Sturmhoffnung

Lars Blancke Oldebburg

Biogasanlage in Großefehn abgeregelt Trotz Energiekrise: Landwirt fackelt unfreiwillig Hunderte Kubikmeter Gas pro Stunde ab

Aike Sebastian Ruhr Großefehn

DLR eröffnet neues Institut Oldenburger Forscher wollen autonomes Fahren sicher machen

Rüdiger Zu Klampen Oldenburg

Unfall an Anschlussstelle Bockhorn Frau bei Unfall auf A 29 verletzt

Varel

Traute Pinn als Kandidatin für „Mensch des Jahres“ Sie ist die „Hausmeisterin der Herzen“ im Seniorenwohnen „Haus am Wald“ in Varel

Josepha Zastrow Varel
Auch interessant