NüRNBERG/OLDENBURG/EMDEN - Schüler sollten sich jetzt mit ihrem Halbjahreszeugnis um eine Lehrstelle bewerben, wenn sie im Herbst eine Ausbildung anfangen wollen. „Viele Betriebe suchen bereits seit einigen Wochen – wer noch rechtzeitig unterkommen will, sollte sich möglichst umgehend bald um eine Stelle kümmern“, sagte Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. „Unsere Erfahrung zeigt klar: Je früher sich Schüler bewerben, desto höher sind ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz.“

In diesem Jahr hätten Schüler voraussichtlich wieder relativ gute Aussichten auf einen Ausbildungsplatz, sagte Mirtschin. „Durch die Konjunktur hat sich 2007 die Lage deutlich verbessert – bisher sind auch für dieses Jahr die Signale gut.“ Das gilt auch für den oldenburgisch-ostfriesischen Raum. Sowohl Handwerkskammern als auch Industrie- und Handelskammern spüren steigende Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. Und die Zahl der Ausbildungsberufe steigt.

Nach Angaben der Behörde wurden von Oktober 2006 bis Ende September 2007 bundesweit rund 626 000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – rund 50 000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings gebe es immer noch Nachzügler, die schon länger eine Lehrstelle suchten und dadurch den diesjährigen Schulabgängern die Plätze streitig machten, sagte Mirtschin.

Nach einer Bewerbung ist oft Geduld gefragt: Viele Firmen entschieden sich erst im Frühjahr oder Sommer und damit recht kurz vor Ausbildungsbeginn endgültig für einen Bewerber. Deshalb sei es umso wichtiger, sich rechtzeitig nach Alternativen umzusehen, falls es mit der Wunschstelle nicht klappt – und den anderen Firmen abzusagen, wenn man eine Zusage erhalten hat.

Hilfreich sei es, die Suche nicht nur auf eine kleine Region im Umkreis zum Elternhaus zu beschränken, so Mirtschin. „Wenn es in der Heimatstadt schlecht aussieht, sollte man sich frühzeitig auch weiter weg bewerben.“

Zudem erhöhe es die Chancen auf eine Lehrstelle, wenn Bewerber auch ähnliche Ausbildungen in der gewünschten Branche in Erwägung ziehen. „Manchmal suchen junge Menschen vergeblich ihren Traumjob und wissen nicht, dass es verwandte Berufe gibt, in denen Azubis gesucht werden“, sagte Mirtschin.

Für Schüler lohne sich daher vor Bewerbungsbeginn ein Besuch der Berufsinformationszentren (BIZ), um einen Überblick über Ausbildungen im angestrebten Berufsfeld zu erhalten. Solche Einrichtungen gibt es auch bei den Arbeitsagenturen in Oldenburg. Wilhelmshaven, Vechta, Leer und Emden.