Obenstrohe - Als „nicht nachvollziehbar und in Teilen falsch“ bezeichnet die CDU-Kreistagsfraktion die Argumentation der Kreisverwaltung zur Schließung der Oberschule Obenstrohe. Die CDU-Fraktion will sich daher für den Erhalt der Schule und eine zeitnahe Sanierung des Gebäudes einsetzen. Die Fraktion habe einen entsprechenden Eilantrag eingebracht, teilte die CDU am Mittwoch mit.

Die Christdemokraten sehen den Bestand der Schule nicht gefährdet, dafür habe der Landkreis die Oberschule aber stark vernachlässigt, was zu einem erheblichen Sanierungsstau geführt habe. Zudem seien Beschlüsse, wie beispielsweise die Neuordnung der Schulbezirke, nicht wie beschlossen im Schularbeitskreis behandelt worden. Es sei ein „Ding aus dem Tollhaus“, die erste Oberschule in Friesland mit einem Integrationsmodell ohne Not zu schließen.

Die Menschenmüll Wähleraktion (MMW) hat unterdessen beantragt, die Beratung zum Beschlussvorschlag über die Aufhebung der Oberschule Obenstrohe von der Tagesordnung des Kreisausschusses für Schule, Sport und Kultur am 12. November zu nehmen. Außerdem beantragt MMW, Büppel wieder dem Schulbezirk Obenstrohe zuzuordnen, um „für alle Vareler Schüler die bestmöglichste Lehrer- und Unterrichtsversorgung zu gewährleisten“, schreibt der Kreistagsabgeordnete Iko Chmielewski.

Der Vorschlag des Arbeitskreises Schulentwicklungsplan berücksichtige nicht die politische Willensbildung. In der Debatte um die IGS Friesland-Süd in den Jahren 2014/15 habe sich der Landkreis verpflichtet, sich für den Erhalt aller Schulstandorte in Friesland einzusetzen.

Bis 2028 sehe die Prognose für die zusammengelegte Oberschule fast durchgängig eine Dreizügigkeit mit großen Klassen voraus. Dagegen belegten die Prognosen, dass wenn Büppel wieder der OBS Obenstrohe zugerechnet werde, beide Oberschulen bis 2028 durchgängig zweizügig wären. „Vier kleine Klassen sind besser als drei große“, schreibt Chmielewski.