Obenstrohe - Am Dienstag hatten die Schüler bereits in der Vareler Innenstadt Unterschriften gesammelt und Flugblätter verteilt, am Montag geht es weiter: Um eine mögliche Schließung der Oberschule in Obenstrohe zu verhindern werden am Montag, 4. November, ab 15.30 Uhr Schüler der Oberschule eine Menschenkette rund um das Schulgebäude bilden, und so für den Erhalt der Schule demonstrieren. Für abends hat zudem der Schulelternrat zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Sie beginnt um 19 Uhr in der Schule.

Unterdessen gab es nach dem Bekanntwerden der Pläne erste Reaktionen aus der Politik. So stellt sich beispielsweise Zukunft Varel klar gegen eine Schulschließung. „Es ist schon verwunderlich, wenn man als Kreistagsabgeordneter aus der Zeitung darüber informiert wird, dass es solche Pläne zur Schließung einer anerkannten und guten Schule gibt“, teilt Alfred Müller in einem Schreiben an den „Gemeinnützigen“ mit. Der Zeitplan, wonach im Dezember schon alles entschieden sein soll, spreche dafür, dass die Mehrheitsgruppe im Kreistag aus SPD, Grünen und FDP bereits unter sich darüber beraten hätten. „Das wäre ein skandalöses Verhalten“, so Müller.

Karl-Heinz Funke erwartet von den Kreistagsabgeordneten aus Varel, dass „solche Planungen nicht mitgetragen werden“. Zu einem so großen Stadtteil wie Obenstrohe gehöre auch eine Oberschule. „Schulpolitik darf sich nicht gegen Eltern- und Lehrerwillen stellen“, schreibt Funke weiter. Auch Axel Neugebauer lehnt eine Schließung der Schule „entschieden“ ab – zumal nach aktuellem Kreistagsbeschluss alle Schulstandorte erhalten werden sollten. Ein Arbeitskreis solle sich mit solchen Empfehlungen zurückhalten. „Was dort angerichtet wurde, führt doch nur dazu, dass Schulen gegeneinander ausgespielt werden. Das ist ganz schlechte Politik“, schreibt Neugebauer.

Auch Iko Chmielewski, Kreistagsabgeordneter für die Menschenmüll Wähleraktion (MMW) stellt sich gegen die Schließung der Oberschule. Es bestehe „kein Grund zu einem übereilten Handeln, nur weil in den Schuljahren 2021/22 und 22/23 die prognostizierenden Schülerzahlen in Obenstrohe um ein oder zwei Schüler unter der Teilungsgrenze für eine Zweizügigkeit geraten könnten“. In den alten Siedlungsgebieten in Obenstrohe sei derzeit ein Generationenwechsel absehbar, gleichzeitig würden neue Baugebiete erschlossen. Notfalls müsse man den Zuschnitt des Einzugsbereichs diskutieren, um die Zweizügigkeit an der OBS in Obenstrohe zu erhalten.

Der Ortsteil Büppel gehörte einst zum Einzugsbereich der Oberschule in Obenstrohe, wurde dann aber der Oberschule an der Arngaster Straße in Varel zugeschlagen.

Chmielewski hält es außerdem für „ganz schön ambitioniert“ eine „solch komplexe Angelegenheit“ schon im Kreistag im Dezember „abzuhaken“. Es wäre schön, wenn möglichst viele Bürger den Diskussionsprozess begleiten würden.

Am Dienstag hatte der Schulelternrat der Oberschule in Obenstrohe mitgeteilt, dass im nichtöffentlich tagenden Arbeitskreis Schulentwicklung des Landkreises der Vorschlag gemacht wurde, aufgrund der geringen Schülerzahlen die Schule auslaufen zu lassen und an die OBS Varel anzugliedern. Entschieden ist aber noch nichts. Zunächst wird das Thema in den zuständigen Fachausschüssen beraten und steht dann im Dezember im Kreistag zur endgültigen Entscheidung auf der Tagesordnung.