Bad Zwischenahn - Eine Oper der besonderen Art wurde am Freitag für ca. 130 Schülerinnen und Schüler (6./7. Klasse) der Oberschule Bad Zwischenahn im Forum der Schule aufgeführt. Es ging um Mozarts Klassiker „Die Zauberflöte“, aber die Dramaturgie war sehr speziell. „Wir wollen den Kindern die Kunstform Oper nahe bringen und dazu nehmen wir ganz eigene Instrumente“, sagte die Sopranistin Yvonne Prentki von „Junge Oper“ aus Detmold.

Die „Junge Oper“ ist eine gemeinnützige GmbH zur Förderung der Kunst und Kultur, insbesondere der Oper, durch Inszenierung von Stücken im Rahmen des Musikunterrichts an Schulen. „Das nimmt vielen Kindern und Jugendlichen, aber auch Eltern und Lehrern, die erste Hemmschwelle“, so der Tenor Joachim Szepanski. „Durch die Selbsterfahrung und Beschäftigung mit dem Thema wird spielerisch eine Brücke zur Oper geschlagen“, meinte der Bariton Alexander Schubert.

Und die Kinder hatten wahnsinnigen Spaß. Ihnen war „erlaubt“, während Prinz Tamino (Joachim Szepanksi) die Elemente Feuer, Wasser und Luft bezwingen musste, das Donnern des Gewitters mit lauten Trampeln auf dem Fußboden des Forums zu unterstützen. Sina (10) fand das alles sehr aufregend, während eine andere Sina (9) es manchmal langweilig fand. Für Carina war alles spannend und für Sarah (11) war „eigentlich alles gut“.

Nur ganz vereinzelt, meistens bei den Jungs, waren zwischendurch leichte „Konzentrationsschwächen“ zu vernehmen. Zum Beispiel dann, wenn ein Arie, kunstvoll gesungen, zu lange dauerte. Die normalerweise drei Stunden dauernde Oper wurde auf knapp 70 Minuten „gekürzt“.

Auch konnten sechs Schülerinnen „ganz spontan“ in Kostümen glänzen. Dazu gehörten die drei „Damen“ Jana Smit, Greta Mülder und Juliane Bolken und die drei „Knäbinnen“ Paula Pigan, Nina Prusch und Damaris Poppen.

Die aufmerksamen Jugendlichen spendeten wiederholt Szenenapplaus und „gingen richtig mit“. Darüber freute sich auch Ina Bick, die Musiklehrerin und Fachkonferenzleiterin der Schule. Sie hatte mit der siebten Klasse das Thema „Oper“ im Unterricht behandelt und die „Junge Oper“ an die Schule eingeladen. Wie wichtig diese Veranstaltung war, zeigte auch die Anzahl an Antworten auf die Frage, wer der Komponist der Oper „Die Zauberflöte“ sei. Moderator Alexander Schubert zählte bei seiner Einführung gerade fünf Finger.

Nicht nur die Bühne, sondern der ganze Saal wurde von den Solisten in Anspruch genommen. Mit ein bisschen Verlegenheit wurde reagiert, wenn der „Papageno“ den Schülern all zu nahe ins Ohr sang. Viel Zeit wurde darauf verwendet, die Kinder und Jugendlichen mit Witz und Charme zu unterhalten. Das übernahm in der Regel „Papageno“. Aber genauso wichtig war es den Akteuren in einigen Arien und gar Duetten, die drei Stimmen Sopran, Tenor und Bariton in ihrer Klangfülle und Schönheit zu demonstrieren.