Bösel - Sechs leere Glasflaschen stehen aufgereiht auf einer Holzplatte. Auf beiden Seiten sind zwei Figuren aus Gips platziert. „Alkohol trennt“, sagt Pia Lüken, Schülerin der Oberschule Bösel. Die leeren Alkoholflaschen bilden eine unsichtbare Mauer. „Zwischen den Flaschen kann man hindurchschauen, dennoch können sich die Personen nicht mehr erreichen“, erklärt die Zehntklässlerin.
Das Kunstobjekt ist eines von mehreren Objekten, die die Schüler des Wahlpflichtkurses Kunst in den kommenden Wochen in der Volksbank Bösel ausstellen. Im Zuge des Suchtpräventiven Projektes „control yourself“ von Jugendlichen für Jugendliche, setzten sie sich mit dem Thema Sucht künstlerisch auseinander. Initiator des Projektes ist die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention der Stiftung Edith Stein.
Die Schüler entwickelten Kunstobjekte, die sowohl die Folgen der Sucht als auch die eigene Haltung widerspiegeln. Während sich die Schüler des Wahlpflichtkurses Kunst der Klassen 8 auf den Bereich Spielsucht konzentrierten, setzten die Zehntklässler das Thema Alkoholsucht kreativ um. Es seien Installationen mit Appellcharakter, sagte Schulleiter Herbert Bley auf der Eröffnung im Foyer der Bank und verwies zugleich auf die Aktualität der Suchtproblematik unter Jugendlichen. „Sucht war, ist und bleibt immer ein großes Problem in unserer Gesellschaft“, schloss sich Stefan Awick vom Vorstand der Volksbank an. Heute werde dieses Thema in den Schulen viel offener behandelt, als noch vor 30 Jahren.
„Uns war schnell klar, wie wir das Thema umsetzen wollen, sagte Klaudia Nordenbrock. „Da ein Alkoholiker immer tiefer abrutscht, haben wir einen Weg mit Gefälle bis in eine Alkoholflasche gebaut, brachte die Zehntklässlerin ihre Installation näher. Mittels einer Taschenlampe können Außenstehende den Betroffenen, der im Inneren des Schachtes steht, erkennen. Ihre Gruppe wolle dadurch zeigen, wie schwierig es ist, aus dieser Sucht wieder herauszukommen, sagte sie.
Ob ein Käfig aus Kronkorken, in deren Mitte ein Süchtiger verängstigt hockt und sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien kann oder ein Sumpf mit Schnipseln aus Lottoscheinen. Die Ideen der Schüler sind vielfältig und transportieren doch dieselbe Aussage: Sucht kann jeden treffen; Betroffene brauchen Hilfe.
Zu sehen sind die Werke in den kommenden drei Wochen während der Öffnungszeiten in der Volksbank Bösel.
