Ocholt - Ole Riegel aus Ocholt hat eine ungewöhnliche Leidenschaft – die Ammerländer Moore. Drei Jahre lang hat der 17-Jährige beobachtet, dokumentiert und untersucht. Für die Ergebnisse seiner Arbeit erhielt er jetzt, anlässlich des Bundesumweltwettbewerbs, einen Sonderpreis und ein Preisgeld in Höhe von 750 Euro. Gefördert wird der Wettbewerb u.a. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Rund 300 Arbeiten wurden eingereicht. Die Teilnehmer mit den vielversprechendsten Projekten durften sich und ihre Arbeit vorstellen. Darunter auch Ole Riegel. „Ich bin am Moor groß geworden. Deshalb war es nur logisch, dass ich mich mit der Thematik auseinandersetze“, sagt der 17-Jährige, der die zwölfte Klasse des Gymnasiums Westerstede besucht. Während der Präsentation seiner Arbeit sei er sehr aufgeregt gewesen. „Im Nachhinein war es aber nur halb so schlimm.“ Dabei ist es nicht das erste Mal, dass er an einem Wettbewerb teilnimmt. „In der vierten Klasse habe ich das erste Mal bei Jugend forscht mitgemacht“, erzählt Ole. Insgesamt sieben Mal hat er an dem Wettbewerb teilgenommen.

Seite 32-seitige Arbeit über die Moore stieß auf große Anerkennung. „Ich habe den Fortschritt der Renaturierung der Moore beobachtet“, erzählt Ole Riegel. Vor allem der Wasserhaushalt der Moore sei dabei wichtig. Denn „ohne Wasser wird alles nichts!“ – wie schon der Titel seiner Arbeit prophezeit. „Das Moor ist ein faszinierender Lebensraum und sollte immer mit Wasser bedeckt sein“, sagt er.

„Ich habe das Fintlandsmoor und das Dachdeckermoor in Biotope unterteilt und Pflanzen, die dort wachsen, dokumentiert. Mit selbstgebauten Pegeln, die ich in den Boden eingelassen habe, habe ich regelmäßig den Wasserstand gemessen“, sagt Ole Riegel. Leider liegen immer mehr Moorflächen auf dem Trockenen. Der Torfabbau hat die Moore nachhaltig geschädigt, weiß er. „Es ist schade, dass die Moore im Nordwesten immer weiter verkleinert wurden und auch, dass so wenig Geld in den Naturschutz fließt“, sagt der Schüler.

Die Ergebnisse seiner Arbeit habe er sogar dem Landkreis zur Verfügung gestellt. „Das sind die aktuellsten Forschungsergebnisse seit zehn Jahren“, erzählt er.

Die Leidenschaft für die Natur und die Biologie hat er, wie er sagt, von seinem Vater. Uwe Riegel war Lehrer für Biologie und Physik und ist zweiter Vorsitzender der Naturschutzgemeinschaft Ammerland. Seinem Sohn steht er mit Rat und Tat zur Seite.

Ob er sich auch nach seinem Abitur im nächsten Jahr weiterhin mit Naturwissenschaften beschäftigen wird, weiß der 17-Jährige noch nicht. „Ich möchte gerne eine Ausbildung machen, im Handwerk vielleicht, und dann studieren“, sagt er. Die Ammerländer Moore wird er aber weiterhin besuchen.

Das Preisgeld, das er beim Bundesumweltwettbewerb gewonnen hat, hat Ole übrigens noch nicht ausgegeben. „Meiner Freundin habe ich versprochen, sie zum Essen einzuladen, was ich mit dem Rest des Geldes mache, überlege ich mir noch“, schmunzelt der Schüler.