OFEN - Kontrovers wurde über verschiedene politische Themen jetzt im Gemeindehaus Ofen diskutiert. Der örtliche Heimat- und Ortsbürgerverein hatte anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl die hiesigen Kandidaten eingeladen, viele Gäste waren gekommen und hatten allerlei Fragen an die Landtagskandidaten. Auf dem Podium saßen Jens Nacke (CDU), Dr. Georg Kolbow (FDP), Sigrid Rakow (SPD), Friedrich Haubold (Bündnis 90/Die Grünen), Hans-Wolfgang Wodemade (Die Linke) und Wolfgang Greff (Demokratische Alternative – Die Weißen).
Nach einer kurzen Vorstellung der Gäste, die Dr. Alard Meyer, Vorsitzender des Heimat- und Ortsbürgerverein Ofen begrüßt hatte, begann die Diskussion. Zunächst ging es darum, wie die Kandidaten zum Thema „Weiterer Ausbau von Kindertagesstätten insbesondere im Bereich Ofen“ stehen. Einig waren sich alle, dass das Betreuungsangebot noch weiter verbessert werden müsse.
Unterschiedlicher Auffassung waren die Befragten jedoch darüber, wer die Kosten für die Förderung privater Kindertagesstätten (Kitas) in Ofen zu übernehmen habe. Während MdL Nacke meinte, dass auch die Stadt Oldenburg Verantwortung in diesem Bereich zu übernehmen habe, meinte MdL Rakow, dass vor allem der Gemeinde Bad Zwischenahn eine Vergrößerung des Betreuungsangebotes am Herzen liegen müsse. Dr. Kolbow, der Zwischenahner Ratsherr ist, konterte, dass die Gemeinde bereits erheblich in Kitas investiere; auch er halte den Ausbau des Betreuungsangebotes für sinnvoll. Dem schlossen sich Haubold und Wodemade an, die sich beide auch in diesem Bereich für eine Zusammenarbeit zwischen der Stadt Oldenburg und dem Kreis Ammerland aussprachen.
Die „Zukunft der Haupt- und Realschulen“ bot mehr „Zündstoff“. Während sich MdL Nacke und Dr. Kolbow für den Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems – d.h. für Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien nach dem Grundschulbesuch – aussprachen, forderten die anderen Kandidaten eine Gemeinschaftsschule bis 9. Klasse. „Begabte Kinder gibt es in allen Schichten, auf dem Gymnasium landen aber vor allem Kinder aus Akademikerfamilien“, so Sigrid Rakow. Das sah auch Wodemade so, der von einer Hauptschule als „Armenschule“ sprach. Für eine gemeinsame Beschulung auch nach Klasse 4 sprachen sich zudem Greff und Haubold aus, wobei Letzterer meinte: „Wir wollen keine Selektion“. MdL Nacke ließ diesen Vorwurf von Haubold nicht stehen: „Die Hauptschule ist eine angesehene Regelschule mit eigenem Profil und spezieller Förderung“, sagte er und Dr. Kolbow ergänzte: „Wir müssen die Stellung der Hauptschule stärken und so den Schülern wieder Selbstvertrauen geben.“
Zum Schluss ging es darum, wie sich die Kandidaten, insbesondere von der CDU, zum Hessischen Wahlkampfthema Jugendkriminalität stellen. „Wir folgen weder Hessen noch distanzieren wir uns“, erklärte Nacke. Man mache eine eigene Politik, halte den „Warnschuss-Arrest“ für Jugendliche grundsätzlich für möglich. Dem stimmte auch Dr. Kolbow zu, der „ einen seriösen Umgang mit dem heiklen Thema“ forderte. Nach Ansicht der anderen Kandidaten reichten die bestehenden Gesetze aus, allerdings müssten Strafen schneller und konsequenter vollstreckt werden.
