OFENERDIEK - Am Donnerstag starten für Jessica Wachs die Sommerferien – doch die achtjährige Schülerin der Klasse 2c an der Grundschule Ofenerdiek kann sich derzeit gar nicht so richtig auf die anstehenden sechs Wochen Freizeit freuen. Der Grund: Nach derzeitigem Stand wird Jessica im kommenden Schuljahr nicht mehr mit ihren alten Klassenkameraden Mathe, Deutsch und Co. pauken können. Ihre Klasse soll aufgelöst werden.

„In der Klasse haben sich Freundschaften entwickelt. Meine Tochter ist todtraurig, dass sie von ihren Freunden getrennt werden soll“, sagt Mutter Sonja Wachs. Im laufenden Schuljahr ist die zweite Jahrgangsstufe der Grundschule noch vierzügig. Weil jedoch einige Schüler zurückversetzt wurden oder verzogen sind, ist für die kommende dritte Jahrgangsstufe nur noch eine Dreizügigkeit vorgesehen – Leidtragende sind die 21 Schülerinnen und Schüler der 2c, die nach den Sommerferien auf die dann drei dritten Klassen aufgeteilt werden sollen.

„Die Schule selbst kann da nichts machen. Das niedersächsische Landesschulgesetz sieht ab einer bestimmten Schülerzahl keine Vierzügigkeit mehr vor“, erklärt Ingo Otto, Schulelternratsvorsitzender. Grundsätzlich akzeptiert Otto diese Bestimmung, die Hoffnung für die Schüler der 2 c – und Klassenlehrerin Rita Westermann, deren Verbleib an der Grundschule unklar ist – hat er aber noch nicht aufgegeben. Schließlich würden nur vier Anmeldungen fehlen, um eine vierzügige dritte Jahrgangsstufe gewährleisten zu können.

„Wenn es so eng ist, müsste da doch noch etwas zu machen sein“, hofft der Elternratsvorsitzende. Auf dem Osternburger Sommerfest am vergangenen Wochenende haben die Eltern viele Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt. Die Liste soll am Mittwoch zu Kultusminister Bernd Althusmann nach Hannover geschickt werden. „Einen Versuch ist es wert“, sagt Otto.