OHMSTEDE - Die Jugendlichen werden intensiv ausgebildet. Zum Abschluss gab es eine Kompaktphase.
Von Susanne Gloger
OHMSTEDE - Wenn‘s heikel wird, sind sie gefragt: Bei Konflikten auf dem Pausenhof oder in den Klassenräumen der Realschule am Hochheider Weg greifen Streitschlichter ein. Diese Mediatoren sind Schülerinnen und Schüler aus den neunten und zehnten Klassen. Ihre Aufgabe ist die Vermittlung zwischen den Parteien, sie sollen einschreiten, bevor die Lage eskaliert und ein Blick dafür haben, Mobbingsituationen zu verhindern.Und damit die Jugendlichen diese anspruchsvollen Aufgaben auch kompetent erledigen können, werden sie dafür von Lehrerin Gabriele Mischke und Schulleiterin Gertrud-Maria Beswick ausgebildet. „Alles läuft auf freiwilliger Basis in einer Arbeitsgemeinschaft“, erklärt Mischke.
Gerade hat wieder eine Gruppe von Mädchen und Jungen ab 15 Jahren aus der neunten Klasse die Ausbildung beendet. Zum Abschluss gab es einen Höhepunkt: eine dreitägige Kompaktphase in der Jugendherberge Westerstede. „Darauf freuen sich die Jugendlichen immer sehr“, weiß Mischke. Die Lehrerin betont gleichzeitig: „Das ist nicht etwa nur Freizeit, da wird auch viel gearbeitet, und ich finde es immer wieder erstaunlich, mit welchem Engagement die Gruppen da mitmachen.“
Im Jahr 2003 haben Gabriele Mischke und Gertrud-Maria Beswick sich selber für diese neue Herausforderung präpariert. Sie nahmen am Programm „Lehrer/innen zu Streitschlichtern ausbilden“ an der Universität teil. Das Projekt wurde vom Präventionsrat der Stadt initiiert, um viele Schulen vor Ort mit Streitschlichtern zu versorgen. „Das ist eine tolle Präventionsarbeit. An allen Real- und Hauptschule gibt es bereits Streitschlichter“, lobt Gabriele Mischke. Doch die Ausbildung ist kostspielig, Sponsoren helfen. Wie berichtet, unterstützt Bernd Weber, Geschäftsführer des Audi-Zentrums Oldenburg, die Realschule am Hochheider Weg.
Viele Übungen haben die neuen Streitschlichter während ihrer Ausbildung absolviert. Eines ist dabei sehr wichtig: die Teambildung. Dass sich die Gruppe sogar ohne Worte versteht, stellte sie zum Abschluss spielerisch unter Beweis. Sie erbaute – schweigend – einen hohen Turm aus dafür eigentlich ungeeigneten Materialen wie Konservendosen, Eierpappen und Flaschen.
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