OHMSTEDE - Konfirmandenunterricht mal anders: Die Kirchengemeinde Ohmstede bietet erstmalig eine Konfirmandenzeit in enger Kooperation mit der Integrierten Gesamtschule (IGS) Flötenteich an.
Die Gesamtschule hat damit ihr Angebot an Arbeitsgemeinschaften in diesem Schuljahr erweitert. „Die Arbeitsgemeinschaften sind bei uns Pflichtunterricht“, erklärt Schulleiter Hartmut Steinhauer, „jetzt können die Schüler in der Schulzeit zum Konfirmandenunterricht gehen. Wir nehmen den Schülern also die Doppelbelastung.“
Für die 25 Siebtklässler bedeutet diese Unterrichtsform tatsächlich eine erhebliche Erleichterung: „Wenn die Schüler den ganzen Tag zur Schule gehen, ist es schwierig für sie, am späten Nachmittag noch in die Gemeinde zu kommen“, erklärt Pastor Holger de Buhr.
Er leitet unter anderem eine Gruppe mit Schülern aus sieben verschiedenen Schulen mit unterschiedlichem Schulschluss. Anfangszeiten ab 17 Uhr sind da in der Gemeinde nicht ungewöhnlich. „Für Schüler ist das wirklich zu spät“, kritisiert der Pastor, „danach fallen ja für alle auch noch Hausarbeiten an.“
Mit der Kooperation können die Jugendlichen Schul- und Konfirmandenzeit verbinden: „Ich wollte mich schon immer konfirmieren lassen“, erklärt Dustin Röschmann, „jetzt muss ich nur ein Jahr zum Unterricht gehen statt zwei Jahre. Und ich kann es in der Schulzeit machen.“
Dustin und seine Mitschüler müssen aber trotzdem so viel lernen, wie andere Konfirmanden auch. Sie gehen ein Jahr lang wöchentlich für 90 Minuten ins Gemeindezentrum Ohmstede. Ursprünglicher Konfirmandenunterricht sieht zwei Jahre mit 45 Minuten Unterricht pro Woche vor.
Da die Jugendlichen nicht nur aus Ohmstdede, sondern auch aus Bürgerfelde, Ofenerdiek oder Dietrichsfeld kommen, ist es nicht wichtig, wo sie Sonntags die Kirche besuchen. Die Konfirmation findet aber für die IGS-Schüler in Ohmstede statt.
Das Konzept kommt an: „Wir hatten noch viel mehr Anmeldungen, mussten uns aber auf 25 Schüler beschränken“, erklärt Steinhauer. Und auch für den Pastor ist die Idee ein Gewinn: „Eine Mutter hat erklärt, dass ihre Tochter sonst nicht in den Konfirmandenunterricht gehen könnte.“
„Wir nehmen den Schülern also die Doppelbelastung“
H. Steinhauer
