Ohmstede - Die Liebfrauenschule hat die Auszeichnung schon, als erste Grundschule in Oldenburg darf sich nun die Grundschule Ohmstede als „Fairtrade School“ bezeichnen. Bei einem Festakt, an dem auch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann teilnahm, wurde die Auszeichnung übergeben – nach einem Jahr Vorlaufzeit.
„Fairtrade Schools“ ist eine globale Kampagne, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Engagement gefördert wird. Sie soll Schulen die Möglichkeit geben, sich aktiv für eine bessere Welt einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Einfach so gibt es diese Auszeichnung nicht. Es müssen bestimmte Kriterien eingehalten werden. „Im Schulalltag bedeutet das, dass möglichst viele Produkte aus dem fairen Handel von der Schulleitung, den Lehrkräften und Eltern gekauft oder verkauft werden“, erklärt die Ohmsteder Schulleiterin Nicole Gourdon-Brand. Die Schul-T-Shirts sowie der Kaffeeausschank auf den Festen und im Lehrerzimmer sind einige Beispiele dafür.
Im vergangenen Jahr hatte der Förderverein, der bei der Erfüllung der strengen Kriterien mitwirkt, Nikoläuse aus fairem Handel mit Biomilchschokolade an alle Kinder verteilt, sowie das faire Müslifrühstück zum Schuljahresbeginn organisiert. „Darüber hinaus unterstützen uns immer mehr Eltern, indem sie auf Schulfesten selbst gebackene Kuchensorten, die mit Produkten aus dem fairen Handel mit Bioqualität liebevoll hergestellt werden, anbieten“, sagt der Elternvertreter Holger Fiedler.
Den Auftakt, sich auf den Weg zur „Fairtrade School“ zu machen, gab der vom Regionalen Umweltbildungszentrum jährlich stattfindende „Abgedreht-Tag“ zum Thema „Mit Kakao die Welt fairändern“. An einem Vormittag wurden die Ohmsteder Kinder in ein Erzeugerland der Elfenbeinküste „geführt“, um die harten Lebensbedingungen bei der Kakaoernte kennenzulernen. Ebenfalls stellten sie aus fair gehandelten Produkten selbst Schokolade her. „Seitdem wird das Thema in einigen Fächern fest integriert, so dass die Kinder andere Perspektiven aus anderen Ländern kennenlernen und vergleichen können, um sie künftig bei ihren Kaufentscheidungen zu sensibilisieren“, erklärt Projektleiterin Gabriele Grundmann-Pophanken.
Auch die Umwelt-AG mit Namen „Umwelt-Action-Kids“ beschäftigt sich unter der Leitung der Grundschullehrerin Gabriele Grundmann-Pophanken regelmäßig mit dem Thema. Beispielsweise befragt sie im nahen Aktiv-Markt Kunden oder stellt einen Warenkorb mit Fairtrade-Produkten zusammen. Außerdem sind die Kinder Botschafter in Sachen Fairtrade. Zur Vorbereitung und Planung der schulischen Aktionen trifft sich die Steuergruppe aus Elternvertretern, einer Vertreterin aus dem Weltladen und Lehrkräften zweimal jährlich.
Mit diesem Langzeitprojekt möchten die Ohmsteder einen kleinen Beitrag zu einem fairen Umgang mit Erzeugerländern geben. „Ebenfalls wollen wir als Grundschule die Stadt Oldenburg auf dem Weg zur Fairtrade Town unterstützen“, betont Gabriele Grundmann-Pophanken.
