Großenkneten - Europa driftet immer weiter auseinander. Diesen Eindruck vermittelt zumindest die Uneinigkeit der Mitgliedsstaaten im Zusammenhang mit der durch den Syrienkrieg drastisch verschärften Migrationsbewegung.

Doch an der Basis zeigt sich, dass dieser pauschale Eindruck täuscht. Freundschaftliche Begegnungen wie die zwischen dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ahlhorn und den beiden polnischen Schulen – dem Gymnasium Sobolewo und dem Sportgymnasium „Zespól Szkól Sportowych“ aus Suprasl – sind genauso eng wie seit vielen Jahren.

Zurzeit sind 14 polnische Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren mit den Betreuern Monika Weronika Gudalewska, Agata Wilczewska Niescierowicz und Robert Stasiulewicz in der Gemeinde Großenkneten zu Besuch. 1350 Kilometer hat die Gruppe in einer 15-stündigen Busfahrt am Freitag zurückgelegt. Am Montag begrüßten Bürgermeister Thorsten Schmidtke und der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Heinz Heinsen, die Gäste mit ihren deutschen Gastgebern. „Wir brauchen gerade Euch, die Jugend, damit unsere Partnerschaft auch in Zukunft weiterlebt“, betonte Schmidtke in seiner Ansprache. „Ihr sorgt dafür, dass Europa stärker zusammenrückt.“

Komiteevorsitzender Heinsen erinnerte daran, dass die Partnerschaft mit Suprasl schon geschlossen wurde, als die Schüler noch gar nicht geboren waren. „Wir wollten damals die Versöhnung mit dem Osten unterstützen und wussten nicht einmal, wie es in Eurer Heimat aussah“, verriet Heinsen.

Am Dienstag besuchten die Schüler gemeinsam das Klimahaus in Bremerhaven und machten eine Wattwanderung. An diesem Mittwoch ist ein Arbeitseinsatz im Barneführer Holz (Sandkrug) geplant. Höhepunkt am Donnerstag dürfte der Besuch des Heideparks in Soltau und die Abschiedsparty am Abend im Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium sein. Am Freitag, 7.30 Uhr, machen sich die polnischen Gäste auf die Rückreise.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten