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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Warum Mathe den Alltag erleichtert

04.09.2019

Oldenburg Gretel verläuft sich im Wald. Sie weiß aber, dass sie nicht mehr als 2 Kilometer vom Waldrand entfernt ist (der Waldrand ist gerade, sodass der Wald eine Halbebene besitzt). Schlagen Sie einen Pfad vor, der Gretel mit Sicherheit aus dem Wald führt und der höchstens

a) 15 Kilometer

b) 14 Kilometer
lang ist. Sie können davon ausgehen, dass Gretel ihrem Pfad (auch mit beliebigen, gekrümmten Abschnitten) immer folgen kann.

Könnten Sie diese Aufgabe lösen?

*  Wann haben Sie das letzte Mal gerechnet? Wenn viele Menschen lieber zu Hilfsmitteln wie Taschenrechnern greifen oder gleich aufgeben, werden Mathe-Freunde gerade erst wach.

„Mathematik ist überall“, sagt Angelika May, Professorin für Mathematik an der Universität Oldenburg. An diesem Donnerstag findet in der Uni der Tag der Mathematik statt, der sich hauptsächlich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II richtet. Das Ziel: Die angehenden Studenten sollen für das Fach begeistert werden.

Die Finanzmathematikerin und auch ihr Kollege, der Numeriker Prof. Dr. Alexey Chernov, die neben anderen Mitarbeitern am Tag der Mathematik beteiligt sind, sprechen über verschiedene Facetten der Mathematik, zeigen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Mathematik im Alltag oder laden zu einem Mathe-Wettbewerb ein, in dem Aufgaben wie die obere – aus dem Wettbewerb im Jahr 2016 – gelöst werden müssen.

Wo begegnet man der Mathematik im Alltag? Ein Beispiel: „Wenn es um die Erhöhung des Pfandes auf Flaschen geht, wird von einer Erhöhung um das Doppelte, aber auch von der Erhöhung auf das Doppelte gesprochen“, sagt May. Beides führe zu unterschiedlichen Ergebnissen. „Um das Doppelte bedeutet am Ende eine Verdreifachung, auf das Doppelte meint tatsächlich das Doppelte“, sagt sie. Die Mathematik bedeute dabei die präzise Erklärung der Worte.

Ausdauer und Kontinuität

Aber auch beim Backen sei Mathe durchaus hilfreich. „Wenn ich nur ein Drittel einer Backmischung benötige und für die volle Packung 120 Milliliter Milch benötige, dann brauche ich für die Drittelpackung 40 Milliliter“, sagt die Professorin. „Das sind für Mathematiker basale Fertigkeiten, sie gehören als Grundlagen dazu und helfen im Alltag.“

Kann denn jeder Mensch Mathe? „Wie bei der Legasthenie gibt es in der Mathematik auch ein Krankheitsbild, die Dyskalkulie, eine angeborene Rechenschwäche“, sagt May. Davon zu trennen seien jedoch die Menschen, die sagen würden, sie können Mathe nicht. „Bis zu einem bestimmten Grad kann jeder rechnen“, sagt die Professorin.

Die Aufgaben in der Schule etwa seien mit Fleiß von jedem zu bewältigen. Dennoch sei nicht bei allen das Interesse vorhanden, gleich Mathematik zu studieren. Natürlich seien auch Hochbegabte unter den Studenten. Doch auch andere Studenten würden mit Ausdauer und kontinuierlichem Arbeiten sehr gute Ergebnisse erzielen, indem sie immer wieder nach der richtigen Lösung und einem richtigen Beweis fragen.

Schönheit und Ästhetik

Die Mathematiker vergleichen ihr Fach mit Musik oder Sport: Überall braucht es Grundlagen und wer nicht ständig trainiert, werde kein Profi. Natürlich könne beim Üben von Rechentechniken in der Schule Frust entstehen. Doch: „Bestimmten Schülern macht das Spaß“, sagt Chernov, der die Mathematik als ästhetisch bezeichnet. „Die Schönheit der Mathematik liegt beispielsweise darin, bessere Wege zu finden, neue Zusammenhänge zu erkennen und schneller ans Ziel zu kommen. Das kann mitreißen und Aha-Erlebnisse hervorrufen.“

Das ist nicht überall so. „Gerade in Deutschland hört man leider oft, dass Mathe als das Horrorfach in der Schule bezeichnet wird“, sagt May. Das Problem sei häufig, dass Schüler eine vermeintlich dumme Frage stellen würden, die der Lehrer aus ihrer Sicht nicht beantworte. In der Folge mache sich Frust breit, das Fach werde innerlich abgehakt und das Interesse gehe verloren. Dennoch sei das kein Vorwurf an die Schule, betont sie. „Es ist schwierig, immer alle Schüler gleich zu fördern und auch die begabten nicht zu unterfordern“, meint auch Chernov.

Gibt es denn eine Möglichkeit, sich der Mathematik wieder anzunähern? Mittlerweile gebe es im Internet tatsächlich viele Angebote mit guten Erklärvideos, sagt die Professorin. „Die können das Verständnis wieder eröffnen.“ Einzig von einem alten Mathebuch würde sie abraten, sagt May.

Am Ende gibt es viele berufliche Richtungen, in die Mathematiker sich orientieren können, sei es in die Lehrberufe, den Finanzdienstleistungssektor, in technische Berufe oder in Forschungszentren. May: „Es ist ein breites, buntes Spektrum.“

*  Die Lösung: Greta kommt auf jeden Fall aus dem Wald, indem sie zwei Kilometer gerade in eine beliebige Richtung läuft, sich danach um 90 Grad nach rechts dreht und einen Kreis läuft.


Die ausführliche Lösung finden Sie unter   www.nwzonline.de 
Mehr Infos zum Tag der Mathematik gibt es unter   bit.ly/mathe-tag 
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Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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