OLDENBURG - Das reiche Schulleben spiegelt sich am Ende des Schuljahres auch in zahlreichen Projekten und ihren Präsentationen. Alle können hier nicht vorgestellt werden – aber stellvertretend einige Beispiele: von der selbst gebauten Boule-Bahn an der BBS 3 über die Akrobatik-Aktion am GEO bis zum Erinnerungs-Projekt am Herbartgymnasium.

Zeitzeugen berichten

Das Thema Vergangenheit ist für das Herbartgymnasium gerade ein ganz wichtiges, denn die Schule ist in diesem Jahr für die Organisation des Erinnerungsganges zur Reichspogromnacht am 9. November verantwortlich. So präsentierte eine der rund 40 Projektgruppen erste Musikstücke, die an diesem Gedenktag gespielt werden sollen. Ein weiteres Projekt beleuchtete die Rolle der eigenen Schule während der Zeit des Nationalsozialismus und verfolgte das Schicksal jüdischer und nicht-jüdischer Schüler auf der damaligen Hindenburgschule. Im Projekt „Spuren suchen – Spuren schaffen“ schufen die Schüler eine Skulptur, die im Herbst mit anderen Kunstwerken in der Landesbibliothek ausgestellt wird. Andere sprachen mit Zeitzeugen. „Wir haben ältere Menschen nach ihrer Kindheit befragt“, sagt die 13-jährige Marleen. Erfahren haben sie von Gerüchen, Kulinarischem und Ritualen, die heute kaum noch jemand kennt. Andere rückten die Geschichte des Computers, des Erdöls, verschwundener Berufe, der

Varusschlacht oder der Hippie-Zeit in den Mittelpunkt.

Schüler bauen Boule-Bahn

Ein schönes Beispiel ist auch die Kooperation von BZTG und BBS 3: Die Klasse BGB 1 B des Berufsgrundbildungsjahres Bautechnik am Berufschulzentrum für Technik und Gestaltung (BZTG) hat an den BBS 3 (Willersstraße) eine Boulespielfläche gebaut. Im Lernfeld Tiefbau haben die Schüler so ihre Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich Pflasterarbeiten und Wegebau erweitert. Natürlich wurde die Bahn nach einer kleinen Dankfeier sofort in Beschlag genommen.

Fit in den Tag

Gestartet wird der Schulalltag in der Förderschule an der Sandkruger Straße jeden Morgen mit dem Projekt „Fit in den Tag“, das allen Schülern offensteht. „Zuhause frühstücke ich morgens nie, deshalb esse ich hier“, sagt ein 15-jähriger Schüler. „Mir gefällt das gut – zusammen mit den anderen.“

Der Schul-Sozialpädagoge Reinhard Bieh-Bausch, der das Angebot organisiert, sagt: „Die positive, gesellige und vertrauliche Atmosphäre fördert unter den Schülern und Sozialarbeitern einen regen Austausch, sie stärkt das Gemeinschaftsgefühl und führt zu einem besseren Miteinander.“ Außerdem diene es der guten Versorgung der Schüler. Unterstützt wird das Projekt u.a. durch den Verein „OnEWay“, den Verein „Hauptschule im Blick“, den Bürgerverein Bümmerstede, die Oldenburger Tafel und die Diakoniestiftung Osternburg.

Prävention und Akrobatik

Aber auch viele andere Projekte wären zu nennen. Die Theater-Arbeit an der Cäcilienschule gehört dazu, die am 22. Juni von 16 bis 20 Uhr in einem riesigen, öffentlichen „Walk’n’Act“-Theaterprogramm gipfelt, vom Maskentheater bis zum High-School-Musical. Beispielhaft sind auch die Sign-Präventionsprojekte an vielen Schulen, die neuen „Wagnis-Abenteuersportarten“ am NGO mit Bogenschießen beim SV Etzhorn, Kletterwald, Slackline, Wasserskilaufen und Akrobatik oder das eindrucksvolle Akrobatik- und Gewaltpräventionsprojekt der Klasse 5b des Gymnasiums Eversten mit der Gesellschaft win2win und Dirk Meyer vom Duo „Dirk und Daniel“. Die BBS Wechloy macht zurzeit eine Projektwoche gemeinsam mit der IGS Helene-Lange-Schule und dem Neuen Gymnasium zum Thema „Erneuerbare Energien“.