Oldenburg - Die Gutachten für die Entwicklung der Oldenburger Schullandschaft für Grundschulen und für weiterführende Schulen stehen – zusammen etwa 400 Seiten stark. Entstanden sind sie mit einer Beteiligung von Vertretern von Schulleitungen, Lehrkräften, Eltern, Schülern, Stadt und Politik, wie sie „deutschlandweit sehr besonders ist“, sagte der Gutachter Dr. Heinfried Habeck am Dienstag im Schulausschuss. Habeck fasste die Gutachten, die einstimmig zur Kenntnis genommen wurden, noch einmal in ihren zentralen Empfehlungen zusammen. Über die einzelnen Empfehlungen will die Politik dann aber in den kommenden Monaten erst noch beraten und abstimmen.
Die zentralen Empfehlungen nach Schulformen:
Grundschulen
Habeck empfiehlt, alle Grundschulen in der Stadt weiterhin zu erhalten, auch einzügige Grundschulen. Für den neuen Stadtteil Fliegerhorst wäre eine neue Grundschule zu gründen. Empfohlen wird für die Planbarkeit auch, eine Zügigkeit für alle Grundschulen festzulegen und die Schulbezirke zu erhalten, im besonderen Fall aber auch mal anzupassen.
Förderschulen
Das Gutachten empfiehlt – neben dem auch vom Land vorgesehenen Erhalt der Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Körperliche und motorische Entwicklung, Sprache, Geistige Entwicklung und Emotionale und soziale Entwicklung – den „Erhalt der besonderen, wertvollen Angebote der Förderschule Lernen – unabhängig von der Schulform und räumlichen Zuordnung“. Will heißen: Auch wenn die Förderschule Lernen nach dem Willen der politischen Mehrheit in Oldenburg vorzeitig ausläuft, sollten die besonderen Qualitäten dieser Schule – etwa die Arbeit in den Schülerfirmen und Werkstätten – auch gewährleistet werden, wenn die künftigen Förderschüler dann eine Schule wie die Oberschule oder die IGS besuchen. Habeck: „Das sind vorbildliche Angebote, die weiter vorgehalten werden müssen.“
Oberschulen
Den Oberschulen bescheinigte Habeck im Schulausschuss „eine hervorragende Arbeit“. Damit die Schulform sich „in Ruhe entwickeln kann, braucht sie Stärkung“, so der Gutachter. Hier müsse die Politik aktiv werden.
Insgesamt sollten die Oberschulen „nicht zu klein und nicht zu groß sein“, so Habeck – was auch im Sinne der von der Stadt gewünschten Dreizügigkeit aller vier städtischen Oberschulen interpretiert werden könnte.
Gesamtschulen
Die drei Oldenburger Gesamtschulen sind „besonders ausgestattet“, sehr beliebt und die besondere Zusammensetzung ihrer Schüler als Abbild der normalen Zusammensetzung der Leistungsgruppen an den Grundschulen „ein hohes Gut, das es so nur in Oldenburg gibt, das unterstützt und erhalten werden muss“.
Gymnasien
Auch die sechs städtischen Gymnasien sollten erhalten werden. Der anhaltende und sich eher noch verstärkende Ansturm spreche für sich. Nötig seien aber einige Veränderungen und Erweiterungen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Hier sei – wie in den Oberschulen – zu wenig passiert.
