OLDENBURG - Zwischen Stadt und Universität gibt es derzeit atmosphärische Störungen. Der Grund: Hörforscher Professor Dr. Birger Kollmeier wünscht für sein Wissenschaftsprojekt mit dem schönen Namen NeSSy eine Sperrung des Küpkersweges für den Kraftfahrzeugverkehr.
Das kann eigentlich so nicht sein, sagte Verkehrsamtsleiter Bernd Müller im Verkehrsausschuss. Die Stadt habe gemeinsam mit der Universität für das Gebiet zur Erweiterung der Hochschule ein Verkehrskonzept aufgestellt. Dabei sei von einer für die empfindliche Technik notwendige Küpkerwegsperrung keine Rede gewesen. Die Stadt halte das NeSSy-Projekt für sehr wichtig, aber wir müssen dringend mit der Uni sprechen.
Vorab hat die Verwaltung erst mal schriftlich protestiert. Die geforderte Restriktion stelle eine vollkommen neue Planungsgrundlage mit weit reichenden Konsequenzen dar, heißt es in den Schreiben von Stadtbaurat Frank-Egon Pantel. Eine Sperrung des Küpkersweges verlagere den Verkehr und bringe Belastungen für Drögen-Hasen-Weg und Tegelbusch. Darum habe der Gutachter davon abgeraten. Die Forderung stelle darüber hinaus die von der Universität gewünschte Entwicklung westlich des Küpkersweges insgesamt infrage.
Der Bereich für eine Uni-Ausdehnung ist bereits im Flächennutzungsplan von 1996 festgelegt: westlich des Küpkerswegs, auf der Fläche zwischen Bahn, Drögen-Hasen-Weg und dem Rand des Naturschutzgebiets Tegelbusch. Das Areal ist sieben Hektar groß.
Meik Möllers, Leiter des Baudezernats der Universität, bemüht sich nach eigenen Angaben um eine einvernehmliche Lösung. Hintergrund des von Kollmeier geäußerten Wunsches nach einer Sperrung sei ein hochempfindliches Gerät zur Messung von Hirnströmen, das im Forschungsbereich Neurosensorik zum Einsatz kommen soll. Möglicherweise könne das Gerät durch bauliche Vorrichtungen am Gebäude gegen störende Einwirkungen von außen abgeschirmt werden, meint Möllers.
Als die Grundlagen der Planung mit der Stadt erörtert worden seien, habe die Uni von den möglichen Schwierigkeiten noch nichts gewusst. Möllers ergänzte: Das Projekt ,NeSSy wäre aber auch ohne das Gerät nicht gefährdet.
