OLDENBURG - Keine Straße, die ins Dorf führt – nur mühsam durch den Dschungel oder per Boot über den See ist Ban Heuy Pong, ein 400-Seelen-Ort in Laos, zu erreichen. Es gibt keine Stromleitung – ein Generator erzeugt das bisschen Elektrizität, das die Einwohner benötigen. Die alte Schule ist fast abbruchreif. Bei Regen strömt Wasser über den Klassenboden, das Dach ist undicht. Als Timo Prekop im April 2009 auf einer Reise durch Laos hierher kam, wollte er helfen. „Das Dorf ist wirklich sehr arm“, erzählt Prekop, der seit seiner Rückkehr nach Deutschland bei der Deutschen Bank in Oldenburg arbeitet.

„Hilfe notwendig“

Vier Jahre, von April 2005 bis April 2009, hatte er für die Bank in Vietnam gearbeitet, lokale und internationale Firmen betreut und – teilweise mit seinen Kollegen – schon im kleinen Rahmen geholfen. Hefte und Stifte für Schulen organisiert, zum Beispiel, oder Englischunterricht an einer Schule im Mekong-Delta gegeben. Auf privaten Reisen lernte er Laos und Kambodscha kennen. „Ich bin nach Vietnam gegangen, weil die Arbeit spannend klang und ich das Land kennenlernen wollte“, erinnert sich der 31-Jährige. „Aber ich habe auch die Armut in der Region gesehen. Es ist einfach eine Notwendigkeit, zu helfen, wenn man da was tun kann.“ Und das wollte er für die Kinder aus Ban Heuy Pong tun.

Nachdem der gebürtige Wolfener (bei Dessau) kurz nach seiner Reise durch Laos in Oldenburg landete, wurde er aktiv. „Ich habe ein Expose an die Schulbehörde geschickt und die haben es an die IGS Flötenteich geleitet“, erinnert sich der 31-Jährige. Die Idee: ein Sponsorenlauf der Schüler zugunsten der laotischen Schule. 2000 Euro kriegten die Schüler im vergangenen September zusammen (die NWZ berichtete).

Einige Monate später, Ende 2009, hat sich in Ban Heuy Pong tatsächlich etwas getan. Davon konnte sich Prekop, der noch einmal nach Laos gereist war, selbst überzeugen: Direkt neben der alten Schule ziehen Dorfbewohner das neue Gebäude hoch, die ersten Träger stehen schon. Rund 2500 Euro kostet das Ganze, die restlichen 500 Euro hat die Deutsche Bank zugeschossen.

Starke Wasserleitung fehlt

Die Aktion verlangt von Prekop hohen persönlichen Einsatz. Aber: „Ich bin ein Freund davon, direkt zu unterstützen und nicht über eine Organisation“, erklärt er. Kein Verwaltungsaufwand, keine Bürokratie – das seien die Vorteile eines persönlichen Engagements, das aber nicht jeder leisten kann. Das weiß auch Prekop. „Aber da ich vor Ort war, tat es nicht Not, mit Organisationen zusammenzuarbeiten“, räumt er ein.

Jetzt würde er in Ban Heuy Pong gerne weitermachen. „Das Dorf hat drei Probleme. Das mit der Schule ist gelöst, aber es hat keinen Strom und nur eine Mini-Wasserleitung“, sagt Prekop. „Es wäre super, wenn sie eine stärkere Leitung verlegen könnten.“