OLDENBURG - Das Problem ist dem Jugendamt nicht neu: Es fehlt seit Jahren an Betreuungsangeboten für Grundschüler. Für das kommende Schuljahr spitzt sich die Situation jedoch zu. Nach derzeitigem Stand werden nach den Sommerferien 350 Mädchen und Jungen keinen Hortplatz haben – zum Ärger ihrer zumeist berufstätigen Eltern.

Auf Drängen der Politik sollen kurzfristig zumindest noch 20 Plätze geschaffen werden. Über den möglichen Standort berät der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung an diesem Mittwoch, 17 Uhr, im ehemaligen Kasino der Donnerschweer-Kaserne.

In den vergangenen Jahren wurden zwar immer mehr Hortgruppen eingerichtet, gleichzeitig stieg aber auch der Bedarf deutlich an. Nach einer Aufstellung der Verwaltung stehen zum nächsten Schuljahr 960 Plätze (2009: 888) zur Verfügung. Dafür gab es 1310 Anfragen (2009: 1164). Die meisten Plätze fehlen im Westen, Nordwesten und Süden der Stadt.

Als Standort für eine mögliche neue Hortgruppe mit 20 Plätzen favorisiert die Verwaltung die Grundschule Nadorst. Platz könnte durch den geplanten Ausbau des Dachbodens geschaffen werden. Dies dürfte aber auf Widerspruch der Schulleitung stoßen, die den Platz für einen Lehrmittel- und einen Gruppenraum dringend benötigt. Als Alternativen zur Grundschule Nadorst sieht die Verwaltung die Grundschule Babenend und die Katholische Grundschule Eversten. Dort sollen dann jeweils eine halbe Hortgruppen mit zwölf Plätzen eingerichtet werden.

Unterdessen arbeitet die Verwaltung an einer Konzeption zur „Ganztagsversorgung von Schulkindern“. Das Konzept mit Form und Finanzierung der Betreuung soll dem Ausschuss im Juni vorgelegt werden.