OLDENBURG - Ein Beispiel, das Schule machen soll: Bis zu zehn Kreyenbrücker Hauptschüler verbringen einmal wöchentlich auf dem Gelände der Reit- und Fahrschule ihren Nachmittag. Mit Lehrerin Susanne Eilers dreht sich dann alles rund ums Pferd. „Die Kinder sind dabei sehr gut drauf“, sagt sie, „auch Schüler, die im Unterricht schwierig zu bändigen sind.“
Diesen Effekt sehen auch die Organisatoren der Initiative „Pferdesportstadt Oldenburg“. Deshalb diskutierten sie am Donnerstagabend mit anderen Interessierten im Bümmersteder Krug, wie es gelingen kann, Schulen das Pferd näher zu bringen und gleichzeitig Vereine von dem Konzept zu überzeugen.
Der Weg in die Schule soll nach Angaben von Gero Büsselmann der erste Schritt hin zur „Pferdesportstadt Oldenburg“ sein. Insgesamt hat er mit weiteren Pferdefreunden fünf Punkte in den vom Rat beschlossenen Sportentwicklungsplan (SEP) eingebracht. Neben der Kooperation mit Schulen gehören die Themen „Pferde und Erwachsene“, „Pferde und Gesundheit“, „Pferde und Tourismus“ und „Pferde und Reitsportveranstaltungen“ dazu. „Mit diesem Zukunftskonzept wird sich Oldenburg den Titel Pferdesportstadt verdienen“, sagte Prof. Dr. Jürgen Dieckert, der den SEP initiiert hat.
In der Praxis bedeutet dies Vorschläge wie die Einrichtung einer hippologischen Fachbibliothek, das Errichten eines Erlebnis- und Umweltpädagogik-Pferdehofs oder auch die Anbindung an das Reitwegenetz im Umland.
Rückendeckung bekamen die Organisatoren von Schuldezernent Martin Schumacher. Er lobte das Ziel, Vereine und insbesondere Ganztagsschulen weiter zu verknüpfen: „Dies läuft in Oldenburg schon sehr gut, aber noch nicht flächendeckend.“ Er versuchte zu motivieren: „Die Initiative kann ein Vorteil für Vereine sein. Sie können alle Kinder erreichen.“
Büsselmann sieht in dem Bereich viel Potenzial: „Es gibt spannende, teilweise sehr spielerische pädagogische, Konzepte. So können Kinder erreicht werden, die keinen Zugang zum Sport haben.“ Wie dies aussehen kann, erläuterte Hans-Hermann Krecklau, Schulsportbeauftragter des Pferdesportverbandes Weser-Ems. Er zeigte Probleme auf, die entstehen können, bot aber auch Lösungen an. Haben Schulen beispielsweise kein Personal für den Reitsport, sei Flexibilität gefragt: „Hier können Stundenabordnungen von anderen Schulen helfen“. Wichtig sei dabei aber immer, dass die Qualität des Unterrichts gesichert ist.
