OLDENBURG - Ingenieurmangel – das ist nur eine sichtbare Folge der Tatsache, dass sich in Deutschland zu wenig junge Menschen für Naturwissenschaft interessieren. Was tun? Das Institut für ökonomische Bildung an der Uni Oldenburg hat große Erfahrung mit Konzepten, wie man die ebenfalls als Mangelfach erkannte Wirtschaft in die Schulen bringt – und so ist es kein Wunder, dass sich die Männer und Frauen um die IÖB-Geschäftsführer Prof. Dr. Dr. Hans Kaminski und Katrin Eggert nun auch in Sachen Naturwissenschaften engagieren.
„Ökonomie mit Energie“ und „Energiebildungszentrum“ heißen die Stichworte – Projekte, in denen sich Uni, Stadt und Wirtschaftsunternehmen gemeinsam engagieren. Sicher sei, dass das Zentrum „kein neues Haus“ sein werde, so Stadtsprecher Marco Sagurna. Die Stadt gehe davon aus, dass neben dem Wissenstransfer in die Schulen auch eine Beratungsmöglichkeit für Privatpersonen eingerichtet wird.
„Wirtschaftliche Bildung ist Allgemeinbildung“, sagt Andrea Kautz, im IÖB zuständig für die Schulpraxis. „Deswegen wollen wir ein Grundgerüst vermitteln, das den Schülerinnen und Schülern die Orientierung auf dem Energiemarkt ermöglicht.“ Nur wer durch Wissen Nachrichten und Entwicklungen kritisch bewerten kann, „der kann auch wirtschaftlich entscheiden.“ Das gelte beispielsweise für die Frage, auf welche Energien man angesichts knapper Rohstoffe und Klimawandel setzen solle. Angeboten werden sollen Lehreraus- und -fortbildung sowie Pakete für Schulen.
Der Schwerpunkt liegt beim IÖB-Ansatz klar auf Wirtschaft – doch es gibt weitere Ansätze, das Thema Energie verstärkt in die Schulen zu bringen. Eines ist das Projekt „Physik im Kontext“. Professor Dr. Michael Komorek, zuständig für Didaktik der Physik, berichtet, dass sich zurzeit 30 Lehrer aus Oldenburg und Umgebung regelmäßig treffen: „Wir wollen ein Netzwerk aufbauen, Materialien entwickeln – und die werden im Unterricht ausprobiert.“ Ähnliches gilt für das zweite Projekt des Fachbereichs Physik, das historische Experimente der Physik nachstellt und die Gerätschaften nachbaut. Wolfgang Engels vom Projekt „Didaktik und Geschichte der Physik“: „Wir machen deutlich: Was war vor den Kraftwerken.“
