OLDENBURG - Die Nachfrage nach weiteren IGS-Plätzen könnte am sinnvollsten durch eine Aufstockung der IGS Flötenteich von Vier- auf Sechszügigkeit befriedigt werden – und zwar zum Schuljahr 2014/15. Diese Auffassung vertrat die Stadt am Dienstagabend im Schulausschuss. SPD und Grüne hatten im Januar um Planungen zur Erweiterung der IGS-Kapazitäten gebeten.

Manches spricht dafür, dass es so kommen wird. Die politische Mehrheit signalisierte eine grundsätzliche Offenheit, die Schulleitung auch. Leiter Hartmut Steinhauer: „Wir werden nach den Sommerferien auf einer Gesamtkonferenz erstmal die Vor- und Nachteile besprechen. Grundsätzlich können wir uns das aber vorstellen.“

Ein IGS-Neubau ist der Stadt zu teuer. Die Umwandlung eines Gymnasiums ist nicht empfehlenswert, „denn dort gibt es keinerlei freie Kapazitäten und der Rechtsanspruch auf einen Gymnasialplatz könnte nicht mehr erfüllt werden“. Die Oberschulen Alexanderstraße und Eversten wurden ausgeschlossen, weil es dort direkt neben den Gymnasien wohl schwer wäre, genug gymnasial-empfohlene Kinder zu bekommen. Die Oberschule Osternburg kommt nicht in Betracht, weil die IGS-interessierten Kinder im Stadtsüden fast alle von der IGS Kreyenbrück aufgenommen werden, so die Stadt.

Die möglichen Varianten: fünfzügige IGS an der Oberschule Ofenerdiek, Aufstockung der IGS Helene-Lange und Aufstockung der IGS Flötenteich. Für Ofenerdiek spräche „längerfristig“ manches, dagegen aber derzeit u.a. die Tatsache, dass jede Neugründung „im Ganztagsangebot personell relativ schlecht ausgestattet wäre“.

IGS-Aufstockungen sind genehmigungsfrei und blieben auch im Ganztag ordentlich ausgestattet. An der IGS Helene-Lange-Schule würde eine Ausweitung u.a. dazu führen, dass der dortige Nachfrageüberhang wohl nicht mehr der IGS Kreyenbrück zugute käme, „was dort zu Problemen mit der Auslastung führen könnte“. Die IGS Flötenteich, wo ohnehin Baumaßnahmen anstehen, böte sich dagegen am ehesten an.

Jürgen Krogmann (SPD) kündigte am Mittwoch an, dass die Politik im Herbst grundsätzlich entscheiden werde. Die Flötenteich-Aufstockung würde tatsächlich „einen Teil des Problems lindern“ und angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen möglicherweise das Mittel der Wahl sein. Die Schule müsse aber einbezogen werden. Grundsätzlich bleibe es so, dass der Elternwille über die IGS-Planung entscheide. Man müsse derzeit sehen, dass es weiterhin einen sehr starken Zug zu den Gymnasien gebe.

Für die CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Esther Niewerth-Baumann war schon vor der Wahl absehbar, dass auch noch eine vierte IGS in Oldenburg nicht passe. „Das Wahlversprechen und die Koalitionsvereinbarung hätten vorher besser geprüft werden müssen“, so die Politikerin.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg