OLDENBURG - Vielen Schülern reicht es – an diesem Donnerstag gehen sie auf die Straße: Etwa 5000 Teilnehmer erwarten die Organisatoren des Schülerstreiks bei der Demonstration, die an diesem Donnerstag um 11 Uhr am Bahnhofsvorplatz startet. Gegen 13 Uhr beginnt die Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz.
„Ziel ist es, den Umfang der Krise in der Bildungspolitik aufzuzeigen und gemeinsam als Schüler ein Zeichen dagegen zu setzen“, sagt Michael Wick aus dem Organisationsteam, das sich aus Schülern aller weiterführenden Schulen in der Stadt zusammensetzt. „Vieles läuft nicht so, wie es sollte und wir wollen, dass sich endlich mal etwas bewegt“, sagt Wick.
Als Probleme werden zum Beispiel die „übereilten Reformen wie das Turbo-Abi und der Lehrermangel“ genannt. Auch der als zu gering empfundene Bildungsetat und die fehlende Lernmittelfreiheit werden kritisiert. Unterstützt wird die Aktion vom Stadtschülerrat Oldenburg, vom Stadtelternrat und auch vom Landesschülerrat Niedersachsen. Auf der Endkundgebung spricht Patrick Ziemke, der Vorsitzende des Landesschülerrats sowie Schüler der verschiedenen Schulen.
Michael Wick ist 17 Jahre alt und besucht die elfte Klasse der Liebfrauenschule. Sein Bruder besucht die neunte Klasse. Er sagt: „Die Älteren betrifft das nicht mehr so extrem, aber für die Jüngeren sind die Auswirkungen der Reduzierung auf acht Gymnasialjahre eine harte Sache.“ Das gelte für die besonders betroffenen neunten Klassen, aber auch schon für die Fünft- und Sechstklässler.
Die Demonstration richte sich nicht gegen das dreigliedrige Schulsystem, sagt Wick. „Uns geht es um eine Verbesserung des Schulsystems, aber es ist keine Demo pro Gesamtschule. Uns geht es um G8, um den Lehrermangel, die viel zu großen Klassen und den Stundenausfall.“
Bildungsministerin Elisabeth Heister-Neumann, die eingeladen war, hat abgesagt. Die Demonstration gilt nach Angaben der Veranstalter nicht als Schwänzen und sei vom Grundrecht gedeckt. Die Schulen hätten dazu eigene Regelungen getroffen. Probleme gebe es lediglich am Herbartgymnasium. Wick: „Die Demo ist legal, das ist auch mit der Landesregierung abgeklärt.“
