OLDENBURG - Schon morgens um 10 Uhr wurde vor dem Hauptportal des Herbargymnasiums Laub gefegt. An diesem Montag kommt die Schule groß raus: 29 Schüler werden in dem Film „Sprich mit mir“ zu sehen sein. „Wir haben gern zugesagt“, sagt Schulleiter Günter Tillmann.
Bereits um 13 Uhr haben sich alle Statisten aus den Klassen fünf bis zwölf in Raum 38 versammelt. Da es mehr Bewerber als Plätze gab, wurden die Statistenrollen verlost. Dreharbeiten statt Mathearbeit, das finden die meisten Schüler cool.
Sophie Raffetseder aus der 10 b hat schon für den Religionsunterricht mal einen Film gedreht. Marja Green und Anne Fischer aus der zwölften standen vor ein paar Jahren in dem Ballett „Dornröschen“ im Staatstheater auf der Bühne, und Thomas Teusch interessiert sich vor allem für das Drumherum der Produktion. Philip Gultschewski findet es toll, dass alle ins Fernsehen kommen.
Im Vorfeld bewies Büroleiterin Gunda Latzel Organisationstalent mit vielen Formularen: Für jedes Kind musste die Genehmigung der Eltern, des Jugendamtes und eines Arztes vorliegen, berichtet Schulleiter Günter Tillmann.
Um 13.30 Uhr, als die Dreharbeiten starten sollen, heißt es: „Alles verzögert sich.“ Gesucht werden stattdessen noch dringend Fahrräder.
60 Sekunden wird die Szene im Film dauern, die hier wird: Filmkoch Jan (Hannes Jaenicke) holt seine Tochter Fanny von der Schule ab. Doch zunächst heißt es: warten, bis alle Räder gegenüber der Schule arrangiert sind.
Gegen 14.30 Uhr kommt Hannes Jaenicke und unterhält sich mit Günter Tillmann. Jaenicke, der in Regensburg Abitur gemacht hat, erfährt, vor welchem Gymnasium er da dreht. An den Fenstern viele Schüler. Im Portal treffen sich alle, die mitmachen mit Sarah Bellini, die die Filmtochter Fanny spielt.
Zehn Minuten später kommt Fanny erstmals gemeinsam mit Sophie Raffetseder die Schultreppe herab. Alle anderen folgen. Hannes Jaenicke, der im wirklichen Leben noch keine Kinder hat, läuft seiner Filmtochter in die Wallanlagen hinterher. „Fanny, wart’ doch mal“, ruft er. Doch sie ignoriert ihn. Vier bis fünf Mal wird die Szene gedreht, die Herbartstraße gesperrt. Mal stört ein Laubstaubsauger, dann stolpert jemand. Bis etwa 15 Uhr steht die Sonne noch günstig, dann muss eine Metall-Folie die Strahlen umleiten.
25 Euro Gage bekommen die Schüler. Manche wollen shoppen, andere das Geld sparen und später davon Aktien kaufen. Nach 16 Uhr ist für die Schüler die letzte Klappe gefallen. Sie dürfen ihren Komparsenlohn abholen. Die Filmcrew zieht weiter an die Masurenstraße.
