OLDENBURG - Jens Theilen ist es eher ein bisschen peinlich: Ein Interview wegen seines tollen Erfolges, naja, er möchte davon kein großes Aufheben machen. Dabei ist der AGO-Schüler „einer, der einfach alles kann“, sagt seine Französisch-Lehrerin Rosi Schmücker. Das Fach sei egal, selbst im Sport – ob Rudern oder selbst Tanzen – der 19-Jährige stehe überall auf 1. Als 14-Jähriger war er einer der besten Schwimmer in der Stadt.
Jetzt hat Theilen, der leidenschaftlicher Shakespeare-Fan ist, dank seiner großen Lust an Sprache und seiner überragenden Kenntnisse in Französisch und Englisch den Bundeswettbewerb Fremdsprachen 2008 gewonnen, gemeinsam mit fünf anderen Schülern aus Deutschland. Aus Niedersachsen schaffte es kein weiterer Schüler bis in die Endrunde. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Verein Bildung und Begabung zeichnen den Oldenburger dafür nun mit dem begehrten Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes aus, das eine hervorragende weitere Unterstützung garantiert.
Als Jens Theilen in Deutschland noch in den Kindergarten ging, nahmen ihn seine England-begeisterten Eltern schon auf die Insel mit, nach Essex – und zwar von da an jedes Jahr für mehrere Monate. Der Vater war Produktionsleiter beim ZDF, die Mutter arbeitete am Flughafen. Von den Oldenburger Schulen erhielt Theilen eine Sondergenehmigung für den Besuch der englischen Schulen. „Dadurch bin ich mehr oder weniger bilingual aufgewachsen“, sagt er. „Englisch kam automatisch, Französisch später.“ In der elften Klasse hat er ein Jahr im französischen St. Malo verbracht, das er in wunderbarer Erinnerung hat. Eigentlich ist er „nur nach Frankreich gegangen, weil ich England schon kannte“, aber nun hat es ihn gepackt – die Sprache, seit er sie in Klasse 9 gewählt hat, und nun auch das Land. Nach dem Abi 2009 würde Jens Theilen gerne Internationales Recht studieren – „am liebsten zum Teil auch in Paris, das ist das Nonplusultra“. Warum? „Weil es Paris ist. Es ist einfach dieses Pariser Flair,
wenn man abends im Quartier Latin sitzt, das ist wunderschön.“
