Oldenburg - Die Schullandschaft wird weiter modernisiert. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann hat am Freitag den Neubau am Neuen Gymnasium (NGO) vor Gästen aus Politik, Verwaltung, Schule, Eltern- und Schülerschaft eröffnet. Der 660 Quadratmeter große Gebäudeteil besteht aus sieben Klassenzimmern, Inklusionsräumen, einem Ganztagsbereich und der neuen Bibliothek.
„Unser Haus ist deutlich attraktiver geworden“, sagte Schulleiterin Katrin Wutschke. Die neuen Räume seien „innovativ, ästhetisch, unaufdringlich und nicht mit Überflüssigem befrachtet“ und insofern auch gut designed. Sie seien geeignet, zum Lernerfolg beizutragen. Die Leiterin erinnerte an den Zustand vor dem Neubau der Bibliothek mit einer Anlehnung an Goethes Faust: Das abgerissene Gebäude mit dem Raum E43 sei nicht weit entfernt gewesen von jenem „dumpfen Mauerloch, vollgestopft mit der Urväter Hausrat“. Wutschke dankte allen Beteiligten, insbesondere auch ihrem Stellvertreter Michael Schröder mit seiner Arbeitsgruppe und dem langjährigen Schulassistenten Josef Kempen, der sich von Beginn an für das Projekt eingesetzt und es intensiv begleitet habe.
Herold bringt 100 Spiele
Jetzt ist alles neu – und auch neu bestückt. Der ehemalige NGO-Schulleiter Wieland Herold, der als bundesweit renommierter Spiele-Experte bis heute in der Jury für das „Spiel des Jahres“ über die besten Spiele in Deutschland mitentscheidet und auch an der Feier teilnahm, hat vor wenigen Tagen erst 100 Spiele für die Schüler in die neue Bibliothek gebracht – „natürlich auch das aktuelle Spiel des Jahres“, sagte Herold.
„Mit der Umgestaltung des NGO machen wir einen weiteren Schritt in Richtung moderner Schullandschaft“, sagte Krogmann. „Die Bibliothek als Selbstlernzentrum ermöglicht neue Unterrichtskonzepte, davon profitieren die fast eintausend Schülerinnen und Schüler an dieser Schule.“
Rund 2,6 Millionen Euro investierte die Stadt in die Umgestaltung, die im Sommer 2017 begonnen hatte. Die Elternvertretung lobte nicht nur das Ergebnis, sondern auch die „Geräuschlosigkeit“ des Projektes im laufenden Betrieb. Schülervertreter Jacob Frerichs sagte: „Nach einem Jahr des Wartens sind wir Schüler extrem froh. Eigentlich ist es schade, dass ich die Schule bald verlasse, wo wir jetzt all die coolen Sachen haben.“
Die Umgestaltung soll auch für besseren Ganztagsunterricht sorgen. „Im Selbstlernzentrum können die Schüler ihre Hausaufgaben, Gruppenarbeiten und Projekte eigenständig bearbeiten. Dafür steht ihnen eine große Auswahl an Print- und Onlinemedien zur Verfügung“, sagte Schuldezernentin Dagmar Sachse.
Neu ist, dass die Bibliothek nun für alle Schüler gleichzeitig offen steht, und nicht mehr nur für eine begrenzte Zahl. Die Inklusionsräume bieten Rückzugs- und Therapiemöglichkeiten. Außerdem könne in den neuen Differenzierungsräumen neben dem regulären Unterricht zusätzlich gefördert werden, hieß es.
Weitere Investition nötig
Wegen des Umbaus hatten im vergangenen Jahr einige Schüler Unterricht mal ganz anders − in Unterrichtscontainern auf dem Schulhof. Mit Beginn des Schuljahres konnten die neuen Klassenzimmer bezogen werden. Knapp 950 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule. Ausbau und Modernisierung von Schulen und Betreuungseinrichtungen gelten als ein zentrales Projekt der Stadt. Zuletzt seien jährlich deutlich mehr als 30 Millionen Euro in diesen Bereich investiert worden, sagte Krogmann. Das sei nötig gewesen und bleibe auch nötig. Insofern sei mit weiteren hohen Investitionen im Schulbereich zu rechnen.
