OLDENBURG - 125 Jahre ist eigentlich ein stattliches Alter. Der Botanische Garten hingegen zeigt sich zu diesem Jubiläum jünger denn je: bunt geschmückt mit frischen Blüten in vielen Formen und Farben, besucht von Jung und Alt und immer noch gefragt bei Forschern. Das unterstrichen auch Oberbürgermeister Gerd Schwandner und Uni-Präsident Uwe Schneidewind bei der offiziellen Jubiläums-Feier am Sonntag.

„Der Botanische Garten ist ein lebenswichtiges Organ der Stadt Oldenburg“, betonte der OB und versprach, sich auch zukünftig für den Erhalt des Kleinods einzusetzen. Uni-Präsident Schneidewind bedankte sich vor allem beim scheidenden Leiter des Gartens, Peter Janiesch, und dessen Team für deren weitsichtige Arbeit in den vergangenen Jahren.

Für seinen würdigen Abschied und die Jubiläumsfeier hatte Janiesch noch einmal einiges geboten. Diverse Blumen- und Pflanzenliebhaber informierten an ihren Ständen über Stauden, Lilien oder Kakteen. Nicht wenige nahmen gleich einen Ableger für die eigene botanische Oase mit nach Hause.

Dazwischen flitzten immer wieder Kinder hin und her, die bei einer Rallye mit vielen Fragen den Geheimnissen des Botanischen Gartens auf den Grund gingen. Was sind Carnivoren, wie ist der lateinische Name der Erdbeere – es gab viel zu lernen.

Natürlich waren auch viele Unterstützer des Gartens vom Förderverein Ilex zu Gast. Sie nutzten die Gelegenheit, um den neuen Leiter, Thomas Borsch, kennen zu lernen. Der Biologe verwies besonders auf die Möglichkeiten für die moderne Forschung, die so ein Naturreservat biete. „Man muss auch an Themen unserer Zeit denken, wie genetische Ressourcen oder Klimawandel, wenn wir uns mit der Rolle Botanischer Gärten beschäftigen“, so Borsch.

Für die moderne Forschung machte der neue Leiter zusammen mit seinem Vorgänger sich selbst, den Besuchern und dem Garten ein prähistorisches Geschenk. Sie pflanzten die Nachzüchtung eines fossilen Baumes, Wollemia nobilis. Im Schatten der Vorfahren dieser Pflanze hätten sich schon die Dinosaurier ausgeruht, bemerkte Janiesch. Diese Bäume waren allerdings auch schon 40 Meter hoch.