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Festakt Aufs Meer und an die Posaune

OLDENBURG - Alle Reden waren geredet, als die Bläser vor der Aula anhoben: „Can’t help falling in love“ flutete den Herausströmenden entgegen. Gefühlvoll und unwiderstehlich. Es war die „Rentnerband“ von Posaunist Werner Kähler (wie er sie selbst ankündigte), die da gut den Ton traf: die Stimmung eines (scheidenden) Schulleiters, der an seiner Schule hängt, an ihrem Wohlergehen und an dem ihrer Schüler und Lehrer. Und es traf auch das Gefühl der vielen Gäste, die spürten, dass hier ein ungewöhnlicher Mensch aus dem Dienst verabschiedet wurde, den sie für seine Art sehr mögen – nach 28 Jahren als Leiter der Hauptschule, späteren Haupt- und Realschule und heutigen Oberschule Osternburg.

Schule stark geprägt

Stefan Siefert, Leiter des Fachdienstes Schule, sieht den Erfolg in Osternburg eng mit Kähler verknüpft: „Schulen sind gut, weil sie gute Schulleiter haben.“

Ernst Wille, Schulrat a.D., dem Kähler in vielen Kämpfen die Freiheiten für seinen Weg abrang, schließt seine Laudatio in der Sonderausgabe der „Osternburger Nachrichten“, der Stadtteilzeitung der Schule, so: „Werner Kähler: ein verdienstvoller Schulmann, ein talentierter Mensch!“

Ähnlich attestiert Harald Bouillon von der Landesschulbehörde Kähler nicht nur viele konzeptionelle und praktische Erfolge, sondern eben auch „einen Umgang, der von großer Empathie zeugt“.

Dass das Menschliche ganz weit vorne stand, mag auch an Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit liegen. „Das Gelände der sogenannten Hauptfächer war vermint“, sagte Kähler, der nach der Schule erstmal eine Tischlerlehre machte. Aus heutiger Sicht „zeigt das aber auch, was trotz Schule an Erfolg alles möglich ist“, kommentierte Kähler trocken.

Die Tischlerlehre mag zudem seinen Blick für die Güte „normaler“ Berufe und auch für den Weg dorthin geschärft haben. Unter seiner Leitung ermöglichte die Schule ihren Schülern deutlich früher als andere umfangreiche Fachpraxis-Erfahrungen.

Oft Mut nötig

Auch dieser Weg musste erst gebahnt werden. Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sei „geprägt von dem Geist, pragmatische Lösungen mit Partnern zu finden, über gute Ergebnisse Akzeptanz zu schaffen und damit vielleicht Andersdenkende so im Zaume zu halten, dass man seinen ,richtigen’ Weg gehen kann“, resümiert Dr. Thomas Hildebrandt von der IHK in der Festschrift. So sei Kählers Erfindung der „Probelehre“ ein „Erfolgsmodell, dass es formal gar nicht hätte geben dürfen“. Viele Festredner lobten diesen Weitblick, zu dem Beharrungsvermögen gehört und ein Kollegiums-Team, das dafür offen ist.

Den Mut sprach auch Prof. em. Dr. Hilbert Meyer von der Uni Oldenburg an, mit der intensiv kooperiert wird. Er pries die Fähigkeit des passionierten Seglers, auch gegen den Wind voranzukommen und erinnerte an ein Wort Kählers ausgerechnet vor den versammelten Regierungs-Schuldezernenten in Osnabrück: „Als Schulleiter muss man jeden Tag mindestens einen Erlass außer Kraft setzen, sonst kann man den Laden dicht machen.“

Die Nachfolge tritt Marlies Ramien (62) an, die bislang mit Philipp Düwel-Mahne Stellvertreterin war und damit für eine gute Konstanz steht.

Und dann war da noch das andere Lied der „Rentnerband“: „Muss i denn...“ – frisch und knackig kam das rüber, wie ein gutes Lebensgefühl für den Unruhestand.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg
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