OLDENBURG - Mehr Eigenverantwortlichkeit und weniger Bürokratie sind die Hauptziele einer landesweit einzigartigen Vereinbarung, die am Freitag nach vierjähriger Vorbereitungszeit von Stadt-Vertretern und Schulleitern unterzeichnet wurden.

Mussten die Schulen früher für jede Ausgabe einen Antrag stellen (je nach Investitionsbereich bei Land oder Stadt), so können sie nun über ihr auf ein schuleigenes Girokonto vierteljährig eingezahltes Budget aus Mitteln des Landes und der Stadt selbst verfügen. Personal-, Ausstattungs- und Verwaltungskosten – all das bezahlen die Schulen quasi aus einem Topf und ohne Vorab-Genehmigung.

Die neue Vereinbarung bedeutet nach den Worten von Schuldezernent Martin Schumacher einen „Paradigmenwechsel zur Vertrauensverwaltung“. Künftig werde nicht mehr der Prozess, sondern das Ergebnis der schulischen Finanzwirtschaft kontrolliert.

Als großen Vorteil der Budgetzusammenführung und Eigenverantwortlichkeit sieht Ernst Jünke, Schulleiter der BBS Wechloy, die Möglichkeit des gegenseitigen Ausgleichs: „Wenn wir beispielsweise neues Personal einstellen, können wir die daraus entstehenden Verwaltungskosten, die früher standardmäßig vom Land übernommen wurden, nun auch mit Geldern des Schulträgers decken.“ Durch den neuen Vertrag könnten die Schulen wie ein Unternehmen flexibel handeln und sich so den Leistungserwartungen von Wirtschaft und Gesellschaft anpassen.

Ihre rechtliche Basis hat die Vereinbarung in der „Experimentierklausel“ des Niedersächsischen Schulgesetzes, die das Kultusministerium „im Einvernehmen mit dem Schulträger zur Erprobung von Modellen der eigenverantwortlichen Steuerung von Schulen“ berechtigt. Bisher testen 19 so genannte „ProReKo“-Schulen das Modell der selbstständigen Verwaltung in Niedersachsen im Rahmen eines Projekts. Die Entwicklung von Berufsbildenden Schulen zu „regionalen Kompetenzzentren“ sei zukunftsweisend.