OLDENBURG - Tolle Bestätigung für das Konzept der Grundschule Dietrichsfeld, für Eltern, Lehrer und die 232 Kinder: „Prävention ist an dieser Schule Teil des Alltags und kein Einzelprojekt. Prävention wird hier gelebt.“ Das resümmiert Margaretha Kumann, Mitglied der Jury des Deutschen Präventionspreises. Am Mittwoch hat sie mit einer Wettbewerbsdelegation die erfolgreiche Grundschule im Stadtnorden besucht.
Nicht nur Lehrer und Eltern stützen das Konzept, auch die Kinder finden es klasse, was an ihrer Schule alles möglich ist. Lotta und Emilie aus der 2a finden vor allem das Sportangebot toll: „In der Pause sind wird immer auf dem Fußballplatz, an der Turnstange oder auf dem Klettergerüst“, sagen sie. Florian Koopmann aus der 3a ist Vorsitzender der Schülerfirma, die die Cafeteria betreut. Er sagt: „Es macht Spaß, dass wir mit den Lehrern soviel Sport machen können. Außerdem haben wir immer gesunde Sachen zum Essen, aber natürlich gibt es bei uns auch Pizzabrötchen und Snacks – die Mischung macht’s“, findet der junge Chef-Einkäufer.
An der Schule passiert unglaublich viel. Eltern arbeiten mit am schuleigenen Curriculum „Ernährung“, sie kochen mit den Kindern, 30 Mütter helfen in der Cafeteria. Drei Eltern leiten eine Bewegungs-AG, zwei sind beim Schwimmen dabei. In allen Klassen wird an jedem Tag gemeinsam gefrühstückt. Der Ernährung werden in jeder Klasse eigene Unterrichtseinheiten gewidmet (mit Ernährungsführerschein). Besucht werden Bauernhöfe, Bioläden, Supermärkte, der Wochenmarkt und vieles mehr. Eine eigene Schülerfirma organisiert die Cafeteria. Es gibt zwei zusätzliche Stunden Schwimmunterricht, Sport-AGs und ein riesiges Bewegungsangebot auf dem Schulgelände. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt. Als Kooperationspartner wurden u.a. die AOK gewonnen, Milch-, Bio- und Gemüsehöfe, Bäckerei, Schlachterei, das Gesundheitsamt, der Breitensport-Vordenker Prof. Dr. Jürgen Dieckert, örtliche Vereine, Tanzschule, Sportstudenten, Jugendamt, Gemeinwesenarbeit, die ev. Familienbildungsstätte, Kinderpsychologen
und viele mehr.
Elternvertreterin Birgit Oltmann sagt: „An dieser Schule gibt es eine hohe Dynamik, die sich auf eine Weise auf Schüler und Eltern überträgt, dass man sich ihr nicht entziehen kann.“ Schulleiter Johann Fischer beschreibt die Stimmung so: „Hier ziehen alle Kollegen an einem Strang, es ist eine gemeinsame Sichtweise.“ Einziges Problem: Solch ein Konzept benötigt Zeit – wie sie eine Volle Halbtagsschule eher bietet. Aber die will die Landesregierung in einem Jahr abschaffen. „Dann ist unser Projekt gefährdet“, fürchtet Konrektorin Bärbel Lange.
