OLDENBURG - OLDENBURG - Oldenburg hustet, schnieft und fiebert. Die Grippe hat die Stadt erreicht, allerdings erst im Anfangsstadium. „Zügig impfen lassen“ rät der neue Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Frank Bazoche vor allem den Risikogruppen (chronisch krank, älter als 60 oder im Gesundheitswesen beschäftigt). „Jetzt geht es gerade noch.“ Nach sieben bis zehn Tagen greife dann der Schutz. Und der ist nötig. Bazoche hat die Zahlen auf Oldenburg runtergebrochen: Sterben in einem normalen Winter 20 Menschen in der Stadt an Grippe, könnten es diesmal 60 sein.
Nach den Worten des neuen Amtsarztes ist eine der Komponenten im Impfwirkstoff exakt die, die man gegen die aktuelle Version der Grippe braucht. Wer erkrankt, benötigt innerhalb von 48 Stunden ein bestimmtes Mittel: einen Wirkstoff aus der Gruppe der „Neuraminidasehemmer“ (in Medikamenten wie Relenza und Tamiflu). Dann kann’s noch gut gehen.
Beim Gesundheitsamt sind in den vergangenen Tagen vermehrt Grippeerkrankungen gemeldet worden. Laut Bazoche sind in einzelnen Kindergärten bis zu einem Viertel der Kinder erkrankt.
Auch in den Schulen machen sich die ersten Folgen bemerkbar. Im Herbartgymnasium sind vier Lehrer an Grippe erkrankt. „Und zwischen zehn und zwanzig Prozent der Schüler“, berichtet Schulleiter Günter Tillmann, „in der letzten Woche fiel einmal eine halbe Klasse aus.“
Im Gymnasium Eversten haben sich laut Leiter Günther Hoyndorff zu Beginn der Woche vier Lehrkräfte krank gemeldet („alle mit den gleichen Symptomen“). Am Neuen Gymnasium sind es drei Lehrer (und in einzelnen Klassen bis zu fünf Schüler). „Meist sind die neuen Kollegen anfälliger“, hat Leiter Wieland Herold beobachtet. „Die älteren haben sich offenbar eine gewissen Robustheit zugelegt.“ An der IGS Flötenteich hat Schulsekretärin Heike Haase „dreimal so viel Kranke wie üblich“ registriert, etwa zehn Kinder pro Tag.
In der Arbeitswelt sind die Folgen noch nicht so spürbar. Bei Landessparkasse, EWE und Stadtverwaltung z.B. gibt es keine Anzeichen einer Grippeattacke. Bei Peguform liegt der Krankenstand laut Personalchef Andreas Förster (4,8 Prozent von 915) für Februar relativ niedrig. Nur das Städtische Klinikum hat beim Krankenstand seit zwei Wochen einen „merkbaren Anstieg“.
