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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Sterne studiert statt Ball gespielt

24.07.2019

Oldenburg Christoph Heinisch ist hochbegabt. „Ich bin seit 1999 Mitglied bei Mensa“, sagt der 28-Jährige, der gebürtig aus Verden an der Aller stammt. Natürlich fallen vielen bei diesem Begriff die Kantinen oder Treffpunkte in der Uni oder bei der Arbeit ein. Detlef Scheer und Sabine Mundt, die den Wahl-Oldenburger an diesem Tag begleiten, kramen viel Infomaterial und eine Postkarte hervor. Aufschrift: „Die intelligenteste Kantine der Welt.“ Der Verein „Mensa in Deutschland“ ist ein Netzwerk für Hochbegabte, dem bundesweit etwa 15 000 Mitglieder angehören.

„Meine Eltern haben das gemerkt, da war ich acht Jahre alt“, sagt Christoph Heinisch. „Sie haben sich gefragt, was da los ist – vor allem, weil ich andere Interessen als andere Kinder hatte.“ Als Kind begeisterte sich der Wahl-Oldenburger für Astronomie. „Ich habe die Planeten auswendig gelernt und konnte dieses Wissen auch abrufen. Es hat mich interessiert.“

Keine Tests für Kinder

Doch Tests für Kinder gibt es bei Mensa nicht. „Wir wollen keine Wunderkinder“, sagt Detlef Scheer, der mit Sabine Mundt Ansprechpartner bei Mensa Nordwest ist. „Der Intelligenzquotient kann sich bis circa zwölf Jahre sehr verändern.“ Zwar gebe es frühere Test, manche sogar schon ab einem Alter von vier Jahren, doch diese seien sehr interaktiv und würden viel vom Testleiter abhängen. „Ich habe einen speziellen Test bei einem Psychologen gemacht“, sagt Christoph Heinisch. Denn nur, wer einen höheren Intelligenzquotienten (IQ) nachweist als 98 Prozent der Bevölkerung, darf Mitglied werden. Und wie hoch ist der IQ von Christoph Heinisch? „Über genaue Zahlen reden wir nicht“, sagt er und Sabine Mundt ergänzt: „Jeder, der einen höheren IQ als 130 hat, kann Mitglied werden.“

Wie ging es weiter? „Meine Hochbegabung wurde festgestellt und danach waren meine Eltern der Meinung, mich fördern zu müssen. Also bekam ich speziellen Unterricht in verschiedenen Fächern.“ Hat er selbst auch gemerkt, dass er hochbegabt ist? „Es fällt auf, wenn andere Fußball spielen und man selbst das blöd findet“, sagt Christoph Heinisch. „Aber eigentlich wurde die Hochbegabung erst Thema, als ich eine Klasse übersprungen habe.“ Von der fünften Klasse ging es für den Oldenburger direkt in die siebte Stufe. „Da habe ich das erste Mal gemerkt, dass ich anders bin. Damals bin ich angeeckt, weil ich jünger war und sich alle anderen Mitschüler gefragt haben, was das jetzt soll“, sagt er.

Christoph Heinisch scheint die Aufregung um seine Person unangebracht. „Eigentlich ist mein Lebenslauf langweilig. Ich habe Abi gemacht, Physik in Regelstudienzeit studiert, promoviert und arbeite jetzt als Softwareentwickler“, zählt er auf. Physik? In Regelstudienzeit? „Es hat mich interessiert.“

Dennoch gab es Veränderungen. „Ich musste in der Schule nicht lernen – nur für Sprachen“, sagt der 28-Jährige. Im Studium gab es dann Momente, in denen er Dinge nicht sofort verstanden habe. „Ich habe das Lernen erst im Studium gelernt und erkannt, dass mitschreiben gar nicht so schlecht ist.“

Das Leben eines Hochbegabten, es scheint sich nicht sonderlich von dem anderer Menschen zu unterscheiden. „Ich hatte mal einen Freund, der hat sich testen lassen und dabei ist herausgekommen, dass er hochbegabt ist“, erzählt Christoph Heinisch. „Kurz danach hat er gemeinsam mit seinem Vater die Spüle in der Küche repariert und sein Vater meinte nur: ,Du musst das jetzt können, du bist hochbegabt.‘“ Dabei sei das falsch.

„Man kann nicht Fähigkeiten zugeschrieben bekommen – ich habe keine Superkräfte“, sagt er und fügt hinzu: „Nur weil ich Physik studiert habe, bin ich noch lange nicht gut in Kopfrechnen.“ Dennoch: „Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich bei Mensa bin. Trotzdem binde ich das auch nicht jedem auf die Nase.“

Mensa-Jugendcamps

Und dann ist Christoph Heinisch doch ein wenig außergewöhnlich. „Ein Hobby von mir ist Mensa“, sagt er. An Stammtischen oder in anderen Runden trifft er regelmäßig andere Mitglieder – zum Reden über die unterschiedlichsten Themen oder auch, um Gesellschaftsspiele zu spielen. In seiner Kindheit war er auch in Mensa-Jugendcamps: „Beim Frühstück haben wir uns über die Molekülstruktur von Wasserstoffperoxid unterhalten.“

Im Oldenburger Verein „Kreativität trifft Technik“ hat Christoph Heinisch im Hackspace „Mainframe“ ebenfalls Gleichgesinnte gefunden. Manche von ihnen sind auch Mitglieder bei Mensa. „Da läuft ein riesen Haufen Nerds rum“, sagt er und lacht.

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Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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