OLDENBURG - Das japanische Kultusministerium interessiert sich für deutsche Schulen. Auf ihrer Tour durch acht deutsche Städte – u.a. Berlin, München, Stuttgart und Frankfurt/Main – hat die 22-köpfige Delegation hochrangiger Ministeriumsvertreter und Uni-Professoren auch die IGS Helene-Lange-Schule, das Herbartgymnasium und die Hermann-Ehlers-Grundschule besucht. Professor Dr. Yoshiaki Yanagisawa: „Ich war vor einigen Jahren schon mal hier am Herbartgymnasium und fand die Schule supergut.“ Außerdem sei er privat mit einem Lehrer der Helene-Lange-Schule befreundet.
Shinichi Takeda, Direktor der Erziehungs-Abteilung, über eine neue Herausforderung: „Die japanischen Schulen bekommen immer mehr Aufgaben, insbesondere was die Information von Eltern und Bürgern vor Ort über die Tätigkeit der Schule angeht. Da gibt es hohe Erwartungen und deshalb muss die Zusammenarbeit mit Eltern und Bürgern intensiviert werden.“ Über eine Schulevaluation, die gerade entwickelt werde, solle auch die Schulqualität verbessert werden. „Leistung und Wohlbefinden der Schüler gehören zusammen. Ein Ziel der Evaluation ist es, dass die Schüler sich wohlfühlen, was ja auch die Motivation beeinflusst“, so Takeda.
Günter Tillmann, Leiter des Herbartgymnasiums, das seit vielen Jahren Japanisch anbietet, berichtete über das Zusammenwirken der Gremien seit der Schulstrukturreform, über den Schulvorstand und die Stellung des Gymnasialleiters. Reinhard Struß, Leiter der Hermann-Ehlers-Schule, sprach ebenfalls über Schulmanagement und Schulkultur. Er sehe den Leiter als „sozialen und pädagogischen Architekten in einem dynamischen Verhältnis zwischen Führung, Management und Moderation“, immer im Spagat „zwischen Bewahren und Verändern“.
