Oldenburg - Rund 700 Ehemalige und Freunde des Bundestechnologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik (BfE) kamen am Samstag zum „Ehemaligentreffen und Innovationstag“. Das Innovations-Forum bot Vorträge über die Zukunft der Branche: „Building Information Modeling“ (BIM) etwa vermittelte am Beispiel eines großen mehrstöckigen Gebäudes in 3D-Darstellung, dass viele Planungsstufen im Rahmen der Visualisierung vereinfacht werden können – bis hin zu der Frage, wo wie viele Steckdosen platziert werden müssen.

Veränderungen während der Planungsstufen können schnell bearbeitet werden. Alle Daten fließen letztlich in ein Datensystem zur Anfertigung von Fertigbauteilen.

Wie stellt man eine drohende Überhitzung in einem Stromverteilerkasten fest? „Man kann natürlich die Hand dran halten oder ganz nah ran gehen“, so der Referent. Einfacher und zuverlässiger sei eine Wärmebildkamera – die könne allerdings schnell eine vierstellige Summe kosten. „Ich habe auch schon eine für 40 000 Euro in der Hand gehabt“, so der Fachmann. So eine Kamera lässt sich natürlich für viele Aufgaben nutzen – beispielsweise könne man ja auch seine Katze im Garten suchen...

Jan-Niklas Harms (24), in der Meisterausbildung zum Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik, bereitet derweil die Verdrahtung für die „speicherprogrammierbare Steuerung“ (SPS) einer Pumpe vor. Ein paar Meter weiter hat Sascha Schröder die Aufgabe, eine Programmierung für diese SPS an seinem Notebook vorzunehmen. Es gibt halt immer und überall etwas zu tun. Das freut die Profis, verständlicherweise.

Der Direktor des BfE, Thorsten Janßen, organisiert alle fünf Jahre ein Ehemaligentreffen und nutzt die Gelegenheit, die neuesten Erkenntnisse auf dem Sektor der Elektro- und Elektronikbranche seinen ehemaligen Schülern und interessierten Gästen zu vermitteln. „Bei diesem Treffen kann man sich das aktuelle Wissen der Branche bei uns abholen“, so Janßen.

Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland. „Unsere Ehemaligen sind die Führungskräfte der Zukunft“, so der Direktor und berichtet, dass in der vergangenen Woche gleich 48 Teilnehmer ihren Meisterbrief bekommen hätten. Von den neuen Fachkräften wolle sich keiner selbstständig machen: „Weil sie alle in der freien Wirtschaft gebraucht werden“, ist Janßen sicher. Vorsitzender Dieter Meyer glaubt, das die Verbundenheit der ehemaligen Teilnehmer zum BfE so groß ist, dass sie immer gern wieder kommen. „Studieren wollen nur die wenigsten“, so Meyer. „Sicher brauchen wir auch Ingenieure mit Studium, aber die Praktiker sind ebenso wichtig“. Janßen bedauere, dass Frauen kaum an den Lehrgängen teilnehmen.

Udo Deters aus Enger (Westfalen) war von 1987 bis 1989 zur Umschulung zum Energiegeräte-Elektroniker in Oldenburg. Er wollte einfach mal wieder vorbeischauen. „Leider habe ich keinen Ehemaligen aus meiner Zeit getroffen“, bedauert er. Dafür habe er sich aber immerhin prächtig auf dem Stadtfest amüsieren können, sagt er.