OLDENBURG - OLDENBURG/KUC - Wenn Kinder an Krebs erkranken, ist das für die ganze Familie ein Schock. Oft aber beginnt mit der Diagnose eine ganz bewusste Auseinandersetzung mit der bei weitem nicht immer tödlich verlaufenden Erkrankung – und ein Engagement, das auch nach der Behandlung (oder der Heilung) fortbesteht; auch finanziell.

Von der Unterstützung der Elterninitiative krebskranker Kinder Oldenburg hat auch die pädiatrisch-onkologische Abteilung (Kinder-Krebs-Abteilung) des neuen Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Oldenburg profitiert. Die Initiative finanziert mehrere Stellen im pflegerischen und ärztlichen Bereich sowie in der psychosozialen, lokalen und überregionalen Betreuung. Dafür hat die Leitung der Station – Privatdozent Dr. Hermann Müller, Dr. Reinhard Kolb und Dr. Lutz Löning – der Initiative im Jahresbericht des pädiatrisch-onkologischen Bereichs besonderen Dank ausgesprochen.

Vor allem sei 2004 durch das erste volle Jahr im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin geprägt worden, schreibt die Stationsleitung. Der Umzug aus dem alten Kinderkrankenhaus an der Cloppenburger Straße war 2003 erfolgt. Das Team sei zusammengewachsen, heißt es im Bericht – und gleiches sei vom Verband Pädiatrische Onkologie Weser-Ems festzustellen. Besonders profiliert hat sich das Oldenburger Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin durch die Einrichtung der Studienzentrale für das Hirntumornetzwerk in Niedersachsen. Hier wird die Qualitätskontrolle für die einzelnen Hirntumor-Therapien für Kinder und Jugendliche erledigt – einzige Einrichtung dieser Art in Niedersachsen.

Die Sorge um die jungen Patienten endet in Oldenburg nicht mit der Entlassung. Viele Krebspatienten werden nach der Rückkehr in die Schule mit vielen Fragen und auch Ängsten konfrontiert – aber sie werden damit nicht allein gelassen. Ärzte begleiten die Jungen und Mädchen am ersten Schultag in die Klasse und erklären den Mitschülern, was in der Klinik geschehen ist. Damit sie während des Klinikaufenthalts den Kontakt zu Mitschülern nicht verlieren, hat die Station die Möglichkeit des Live-Online-Unterrichts via Internet geschaffen.

Ende 2004 hatte die Kinderkrebsstation 145 Patienten, von denen 51 im Verlauf des Jahres aufgenommen wurden. Die meisten Fälle entfielen auf Leukämien, Hirntumore und Lymphdrüsenkrebs. 48 Prozent der Patiententage auf der Station waren Chemotherapietage. In der onkologischen Ambulanz wurden im ersten Quartal 135 Patienten betreut, im zweiten 123, im dritten l 110 und im vierten 118.