OLDENBURG - Es war noch Nachkriegszeit, als der Frauenring gegründet wurde: Von der Decke in der Aula des Alten Gymnasiums baumelten nackte Glühbirnen, und eingeschenkt wurde Nescafé aus den USA. 200 Frauen trafen sich am 7. September 1947 zur Gründungsversammlung des Ortsrings Oldenburg, der damals noch Oldenburger Frauenbund hieß. Auch die bekannte Oldenburger Sozialpolitikerin und Frauenrechtlerin Willa Thorade war dabei und ermunterte alle, beizutreten – ist überliefert.

Das 60jährige Bestehen wird am 26. September in Hundsmühlen bei Wöbken gefeiert. Eine Reihe Gratulantinnen stehen auf der Gästeliste. Den Festvortrag hält Professorin Rosemarie Nave-Herz. Sie geht der Frage nach, ob Frauenverbände heute noch zeitgemäß sind.

Schon in den Gründungsjahren vereinte ein Gedanke die Frauen, sie wollten sich einmischen und gleichberechtigt die junge Demokratie mitgestalten. Sie organisierten aber auch Hilfsaktionen für Flüchtlingsfamilien in der Stadt oder packten über Jahre hunderte Päckchen für Menschen im Osten Deutschlands.

Zehn Gründerinnen und 70 Mitgliedsfrauen fanden sich schon im ersten Jahr. „Und das, obwohl die Frauen damals ganz andere Sorgen hatten“, berichten Dr. Inge Bussenius, Vorsitzende des Frauenrings, und Hedi Ibendahl, zweite Vorsitzende.

Aber auch auf Bildung wird großen Wert gelegt: Gemeinsam mit dem Arbeitsamt und der Universität wurde eine Reihe für Frauen ab 35 gestartet. So wurden regelmäßig Expertinnen und Experten zu Seminaren und Referaten eingeladen. Diskutiert wurde über politische, soziale und wirtschaftliche Themen. Studienfahrten standen ebenso auf dem Programm wie Exkursionen in die Umgebung. Seit Jahrzehnten auf dem Programm steht der beliebte Literaturkreis. Aktuelle und geschichtliche Themen werden seit zehn Jahren regelmäßig bei Treffen unter Leitung von Inge Bussenius erörtert. Etwa 300 Frauen zählen zum Oldenburger Ortsring.

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www.dfr-oldenburg.de