OLDENBURG - Da kamen wieder viele Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit auf: Ehemalige Abiturienten trafen sich am vergangenen Wochenende in ihren früheren Schulen wieder. Derweil gingen ehemalige Realschüler gemeinsam auf Klassenfahrt.
Cäcilienschule
Es ist guter Brauch in der Cäcilienschule, zur jährlichen Zeugnisausgabe an die Abiturienten auch die Schülerinnen einzuladen, die vor 50 und 60 Jahren ihre Reifeprüfung an der Cäci abgelegt haben. Schulleiter Franz Held begrüßte am vergangenen Freitag 49 Goldjubilare und 15 Diamantjubilare als Ehrengäste in der ersten Reihe. Geografielehrer Gisbert Koch führte die Damen später durchs Haus, in dem sich in den vielen Jahren nicht nur äußerlich vieles verändert hat.
In seiner Ansprache vor den Gästen setzte Franz Held die damaligen Umstände in Kontext mit den heutigen Bedingungen. Wie heute legte der Jahrgang 1952 das Abitur nach zwölf Jahren ab. Damals freute sich die Schulleiterin Frau Ziehen, dass im Laufe des Schuljahres alle Kriegsfensterscheiben ersetzt werden konnten. Und sie notierte, dass ein Teil des Schulhofes durch Schülerinnen und Lehrkräfte zur Unkrautbekämpfung mit Kartoffeln bestellt worden sei. In ihrer Rede zur Abiturentlassung legte die Schulleiterin den Abiturientinnen ans Herz, „dass die Schule in geistigen und weltanschaulichen Fragen wohl Wege zeigen kann, dass aber die Entscheidungen kompromisslos von der Jugend selbst erkämpft werden müssen“.
Aus dieser Tradition, so Held, speise sich der Geist der Cäci auch heute noch. Brandaktuelle Fragen der damaligen Zeit spiegelten die Abituraufgaben des Jahrgangs 1962 (Abitur nach 13 Jahren) wider. Da mussten die Schülerinnen zum Beispiel erörtern, ob es eine lohnende Aufgabe sei, preußisches Volkstum zu erhalten, ob eher Vaterlandsliebe oder ein Weltbürgertum Ziel der Erziehung sein und ob der Einzelne zur Wiedervereinigung Deutschlands beitragen könne.
Herbartgymnasium
Auch im Herbartgymnasium ist es guter Brauch, Ehemalige zur Abiturienten-Entlassungsfeier einzuladen. Mit dabei war am Freitag auch der Abiturjahrgang von 1972. Die Klasse 13 sk von damals hat seit der Reifeprüfung nie den Kontakt verloren. Alljährlich organisiert Holger Bruser ein Treffen. Diesmal wurde auch die Klasse 13 mk dazu eingeladen. Bruser war es gelungen, alle ehemaligen Mitschüler in ganz Deutschland und Nordamerika ausfindig zu machen. 16 von einst 29 Abiturienten sowie vier ihrer ehemaligen Lehrer waren mit dabei. Nach dem Empfang in der Schule kehrte die Gruppe im Ratskeller ein. Den Abschluss des Tages bildete eine Führung durch das Schulgebäude – angeführt vom damaligen Lehrer Dr. Hansjürgen Lorenz. Während die Klasse 13 sk sich im nächsten Jahr wieder treffen will, vereinbarte die Klasse 13 mk ein Wiedersehen in fünf Jahren.
Gymnasium Eversten
Vor 25 Jahren haben 116 Schülerinnen und Schüler das Abitur am Gymnasium Eversten (GEO) bestanden. Rund 60 folgten am vergangenen Sonnabend der Einladung von Studiendirektor Klaus Friese und reisten aus den entferntesten Teilen Deutschlands, aber auch aus Wien, Finnland, von den Kanaren und sogar aus Kalifornien an, um das Ereignis zu würdigen. In seiner Begrüßungsansprache ließ Klaus Friese aus Lehrerperspektive die Schulzeit am GEO im Zeitraffer Revue passieren und skizzierte knapp die didaktisch-pädagogische Entwicklung der Schule von 1987 bis heute.
Im Anschluss ergab sich die Gelegenheit zur Lektüre der Abiturklausuren („Ich konnte ja mal Französisch!“), zum Stöbern in alten Klassenbüchern und zum regen Austausch mit alten Co-Abiturienten und ehemaligen Lehrern. Bei der Schulführung durch den stellvertretenden Schulleiter, Harald Krause-Leipoldt, boten sich den Ehemaligen sowohl vertraute Aspekte (Aula mit dem architektonischen Charme der 60er- Jahre) wie auch neue Einsichten (technisch-mediale Ausstattung der Schule).
Nach dem offiziellen Teil wurden die Gespräche beim gemeinsamen Mittagessen in einem nahe gelegenen Restaurant fortgesetzt. In der Rückschau von 25 Jahren konstatierten die Ehemaligen, am GEO mit gutem Rüstzeug für ihren weiteren beruflichen wie persönlichen Werdegang ausgestattet worden zu sein.
Realschule Auf dem Ehnern
Auf Klassenfahrt ging die Klasse 10c der früheren Realschule Auf dem Ehnern vom Abgangsjahrgang 1968. 16 Ehemalige von seinerzeit 36 Mitschülerinnen und Mitschülern verabredeten sich in Hamburg. Reinhold Kempermann hatte das dreitägige Programm ausgearbeitet und organisiert. Darauf standen eine Stadt- und Hafenrundfahrt ebenso wie ein Besuch im Schmidts Tivoli mit dem Stück „Heiße Ecke“. Seit nunmehr 44 Jahren ist die Klassengemeinschaft so gut, dass regelmäßig die Treffen klappen.
