OLDENBURG - Die Realschule wurde von der Schulbehörde zur Modellschule ernannt. Erste Erfolge sind schon da.

Von Karsten Röhr

OLDENBURG - Werner Brinker steht auf einem Bein – ziemlich wacklig. Erst als sich dem EWE-Vorstandsvorsitzenden auch noch Schul- und Kulturdezernent Martin Schumacher – ebenfalls einbeinig – und der Osnabrücker Schulabteilungsleiter Boris Pistorius stützend dazugesellen, wird eine stabile Sache daraus. Das kleine Spiel, das die Schüler der Realschule am Flötenteich mit ihren Gästen an diesem Morgen spielen, zeigt die Stärke von Gemeinschaft. So stellen sie sich das Schulklima vor. Erste Schritte sind gemacht, die weiteren Bedingungen sehr gut.

Denn die Realschule Am Flötenteich ist zur Sign-Profilschule ernannt worden – eine von künftig fünf Modellschulen in Niedersachsen, die eine Vorreiterrolle in der Sucht- und Gewaltprävention übernehmen. Boris Pistorius von der Schulbehörde: „Wir müssen uns mit Dingen beschäftigen, die mit Pisa nicht messbar sind. Sign eröffnet diese Chance.“

Das Präventionsprogramm Sign, das von der EWE gestützt wird, hat an 117 Schulen mit 50 000 Schülern Einzug gehalten – ein Qualitätsbegriff für sozialwirksame Schulen. An der ersten Oldenburger Sign-Profilschule geht man nun noch einen Schritt weiter und schreibt ein Schulprofil für alle Bereiche, das Zeichen setzt gegen Sucht und Gewalt und für soziales Lernen, rücksichtsvollen Umgang miteinander und die Ausbildung starker Persönlichkeiten. Claudia del Valle (Agentur Prevent): „Es geht um Wertschätzung und eine Atmosphäre, in der sich Schüler und Lehrer akzeptiert und erwünscht fühlen.“

Die ersten Erfolge sind bereits da. Schulsprecherin Verena Schöning: „Das Lern- und Schulklima hat sich verbessert.“ Sign habe dazu beigetragen, „dass wir eine gute Gemeinschaft sind ohne Grüppchen“. Die Schülerin sagt: „Die Schule ist offen und sozial, durch Sign sind wir motiviert, besser miteinander auszukommen. Ich fühle mich sehr wohl.“

Genau diesen Weg möchte Schulleiterin Gertrud-Maria Beswick weiter beschreiten: „Wir wollen eine Schule sein, die stark macht.“ Von den Lehrern verlange das „unermüdliche Fortbildungen“. Aber auch die Eltern müssten einbezogen werden. Elternvertreterin Sabine Wrede-Bonewald begrüßt die Entwicklung ausdrücklich. Das Sign-Zeichen auf dem Zeugnis hat in den Augen der Dipl.-Psychologin Katharina Mietz auch einen Wert für Ausbildungsbetriebe und Arbeitgeber: „Sign-Schüler können im Team arbeiten, sie haben Selbstvertrauen, können Anerkennung annehmen und geben und Verantwortung übernehmen für das eigene Leben und für die Gemeinschaft.“

Mehr Infos: www.sign-project.de