OLDENBURG - In Oldenburg stirbt die plattdeutsche Sprache nicht aus. 18 Schüler nahmen am Stadtentscheid des Lesewettbewerbs teil.
Von Monique Berends
Zum 22. Mal findet in diesem Jahr der Plattdeutsch-Lesewettbewerb der Oldenburgischen Landschaft statt. In fünf Altersklassen traten am Dienstag 18 Schüler in der Grundschule Röwekamp gegeneinander an. Die Sieger werden am 15. Juni in Stapelfeld zum Regionalentscheid eingeladen.
Der neunjährige Jan Schlötke gehörte zur ersten Gruppe der Drittklässler. Eigentlich wird bei ihm zu Hause nicht so viel Platt gesprochen, „aber in der Schule hab ich einen Text gelesen und da konnte ich das.“ Aufgeregt hörte er seinen Mitstreitern zu, bis er endlich seine Geschichte „Groot oder lütt“ – groß oder klein – vorlesen durfte. Auch wenn es für ihn nicht zum ersten Platz reichte, will Jan beim nächsten Mal wieder mitmachen.
Eine fünfköpfige Jury entschied darüber, ob die Kinder die plattdeutschen Texte flüssig und natürlich vorgetragen hatten. „Die Kinder müssen sinnerfassend lesen und es sollen keine hochdeutschen Endungen verwendet werden,“ sagte Elfriede Coburger, Organisatorin des Wettbewerbs im Auftrag der Stadt. Oder wie es Günther Osterloh vom Oldenburger Kring formulierte: „Plattdüütsch mutt van Harten komen.“ Plattdeutsch muss von Herzen kommen.
Den Zuhörern gefielen die Darbietungen am Dienstag gut. Vor allem Eltern und Geschwister fanden sich im Publikum. „Alle haben ihre Sache gut gemacht. Es ist schwierig zu sagen, wer am besten war,“ sagte Sabine Oltmanns, deren Sohn Oliver den dritten Platz in seiner Altersgruppe machte.
In der Gruppe der dritten Klassen konnte Lasse Bahlmann von der Grundschule Röwekamp den Wettbewerb für sich entscheiden, bei den Viertklässlern gewann Marie Schöf von der Grundschule Unter dem Regenbogen. In der Gruppe der Klassen fünf und sechs siegte Julia Brieke vom Alten Gymnasium als einzige Teilnehmerin.
Weronica Guida von der Realschule Alexanderstraße setzte sich gegen eine Konkurrentin in der Gruppe der siebten und achten Klassen durch. Der Elftklässler Björn Friedrichs vom Neuen Gymnasium hatte leichtes Spiel – auch er trat als einziger Teilnehmer in seiner Gruppe an.
