OLDENBURG - In seiner Zeit als Klinikdirektor kamen 40 000 Babys zur Welt. Es gab 75 000 Operationen.
Von Karsten Röhr
OLDENBURG - Ein klein wenig ist er schon im Ruhestand angekommen: „Ich lerne italienisch, spiele Klavier, und im April gehen wir für drei Monate nach Rom.“ Aber mit dem Herzen ist Professor Dr. Detlev Mühlenstedt noch ganz nah an der Oldenburger Frauenklinik. „Ich bin der Klinik sehr, sehr verbunden“, sagt der 61-jährige Direktor, der Zigtausend Babys auf die Welt geholfen hat und heute feierlich verabschiedet wird. Sein Nachfolger ist Professor Dr. Eduard Malik, zuletzt Oberarzt an der Universitätsfrauenklinik in Regensburg.Mühlenstedt ist selbst 1944 in der Frauenklinik zur Welt gekommen (damals noch an der Kanalstraße), 1980 wurde er bereits ihr Chef – mit 36 Jahren der jüngste Direktor, der je im Klinikum angefangen hat.
Er baute die Klinik aus und bot den Frauen ein umfassendes Konzept von der Schwangerschaft über die Geburt bis zur Nachbetreuung an. Er richtete das Institut für Klinische Genetik und Zytogenetik sowie die Abteilung für Ultraschalldiagnostik und vorgeburtliche Therapie ein. In seiner Zeit erblickten 40 000 Säuglinge in der Klinik das Licht der Welt, 1550 Babys waren es im vergangenen Jahr. In der Betreuung von Risikoschwangerschaften ist die Klinik landesweit führend. Das mit der Kinderklinik errichtete Perinatalzentrum ist hier in dieser Form einzigartig.
Aber auch auf dem operativen Gebiet der Gynäkologie hat sich in der Frauenklinik unter Mühlenstedts Führung viel getan – mit 75 000 Operationen in den 25 Jahren. Ein Schwerpunkt ist die Behandlung von gynäkologischen Tumoren und Brustkrebserkrankungen, dazu Senkungs-, Inkontinenz- und Minimal-Invasive OPs. Was ihn an seiner Arbeit immer gereizt hat, war nicht nur das „ungeheuer breite Spektrum – es ist einfach sehr erfüllend, wenn man Menschen helfen kann“.
