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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

„Eine inklusive Schule ist unser Ziel“

14.04.2018

Oldenburg Eine Angleichung der Besoldung und eine Arbeitsentlastung, vor allem vor dem Hintergrund der Inklusion – das waren die zentralen Forderungen der Teilnehmer der Podiumsdiskussion mit Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) und Laura Pooth, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Donnerstagabend. Rund 100 NWZ-Leser beteiligten sich an der Debatte und nutzen die Chance, ihre Fragen an den Kultusminister und die GEW-Chefin zu stellen. Hier eine Auswahl:


WERNER KÄHLER(ehemaliger Oberschulleiter in Oldenburg): Welche Überlegungen gibt es, um aufgrund von Inklusions- und Integrationsarbeit überlastete pädagogische Mitarbeiter an Oberschulen zu entlasten?
TONNE: Zunächst würde ich diese Problematik nicht nur auf Oberschulen beziehen, sondern auch auf andere Schulformen – vor allem Grundschulen. Eine Entlastung der Mitarbeiter kann nur schrittweise erfolgen, ein paar Maßnahmen dafür wurden bereits angeschoben. Im letzten Jahr sind beispielsweise 470 befristete Stellen für pädagogische Mitarbeiter ausgeschrieben worden. Davon konnten zwar nicht alle Stellen besetzt werden, aber die, die besetzt worden sind, sind gerade erst entfristet worden.

Zum anderen haben wir uns der Thematik zugewandt, wie sogenannte Brennpunktschulen unterstützt werden können. Und zwar durch Bereitstellung von Ressourcen über das normale Maß hinaus. Dazu arbeiten wir derzeit an der Entwicklung eines vernünftigen, landesweit tragfähigen Konzepts.



MONIKA DE GRAAFF (GEW Kreisverband Oldenburg): Wir wollen rauf auf eine Besoldung nach A 13 und runter von 28 Unterrichtsstunden. Beides wurde im Wahlkampf von der SPD versprochen, im Koalitionsvertrag findet man nichts wieder. Wieso gibt es keinen Stufenplan, der die Verbesserung festlegt?
TONNE: Wir haben sehr deutlich gesagt, dass wir einen Stufenplan zur Verbesserung der Besoldung erarbeiten möchten – das steht auch im Koalitionsvertrag. Außerdem haben wir eine Arbeitszeitkommission eingesetzt, die Ende dieses Sommers einen Abschlussbericht vorlegen wird. Auf Basis dieser Ergebnisse wird eine neue Arbeitszeitverordnung erstellt.

Ich glaube aber, auch die Entbürokratisierung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entlastung. Die Gestaltung von Arbeitsabläufen in der Schule muss optimiert werden.
POOTH:Für uns ist es wichtig, dass es Signale gibt, dass sich etwas an der hohen Belastung ändert, sobald wieder genügend Lehrkräfte am Markt sind. Wir wollen wissen, wann ein Einstieg in eine neue Arbeitszeitverordnung mit deutlicher Entlastung erfolgt.

Lesen Sie auch: Kultusminister Tonne kündigt Einstellungswelle an Schulen an

ELFIE FELLER (GEW Kreisverband Oldenburg): Wir befürchten, wenn die Laufzeit der Förderschule Lernen verlängert wird, dass wir in ein paar Jahren dieselben Probleme haben werden wie jetzt. Wir wünschen uns Unterstützung und die feste Zusage, dass Inklusion vorangetrieben wird.
TONNE: Eine inklusive Schule ist ganz klar unser Ziel. Und jedes Kind, das inklusiv beschult werden möchte, soll die Möglichkeit dazu bekommen. Wir haben eine Koalition in Niedersachsen, bei der es insbesondere bei der Frage ‘Wie schnell geht Inklusion?’ unterschiedliche Auffassungen gibt.

Ich tue mich schwer mit dem Begriff, Inklusion solle ausgesetzt werden – wir haben die Wahlfreiheit an die Schulträger abgegeben und ich erlebe quer durch das Land, dass nicht einfach gesagt wird, wir verlängern die Förderschule Lernen, sondern dass vor Ort intensiv diskutiert wird. An dem Ziel der Inklusion müssen wir festhalten, die Wege dahin können aber unterschiedlich sein.

THOMAS SCHUBERT (Fachseminarleiter für Musik an der Universität Oldenburg): Ich erlebe, dass Studenten nicht mehr an die Grund-, Haupt- und Realschulen wollen, weil sie nach demselben Studium dort schlechter bezahlt werden als am Gymnasium. Außerdem sehe ich an den Grundschulen Förderschullehrer, die sich um ein Kind kümmern und A 13 bekommen, den gesamten Unterricht macht aber eine Kollegin, die A 12 kriegt. Was möchten Sie gegen diese Ungleichheit tun?
TONNE: Diese Ungerechtigkeit ist unstrittig. Für uns stellt sich die Frage, wie wir die Verbesserung in der Besoldung umgesetzt bekommen. Wir haben im Nachtragshaushalt einen kleinen ersten Schritt gehen können – damit wollten wir ein Signal setzen. Unser Ziel ist eine Angleichung der Besoldung. Es gibt aber nicht den monokausalen Zusammenhang ‘Nur mit mehr Geld haben wir mehr Attraktivität’, deswegen rede ich von einem Mix aus Maßnahmen: Wie gehen wir mit der Bezahlung um, wie gehen wir mit der Arbeitsbelastung um, wie gehen wir mit der Entbürokratisierung um. Bei all diesen drei Strängen ist derzeit Bewegung drin, wir arbeiten sehr intensiv an all diesen Punkten, um die Qualität zu verbessern.
POOTH: Die Landesregierung will für Ruhe sorgen. Aber solange sich an den Bedingungen nichts ändert, werden wir keine Ruhe einkehren lassen. Uns ist es sehr wichtig, dass es eine Angleichung bei der Bezahlung gibt, sonst entscheiden sich weiterhin die wenigsten Studenten für Grund-, Haupt- oder Realschule – und genau dort fehlen ja die Lehrkräfte.

JENS PETZOLD (Vorstandsmitglied IQ Nordwest): Es gibt auch zwei Prozent hochbegabte Kinder – wer kümmert sich eigentlich um die? Die einzige Förderung scheint ja nur ein Klassensprung?
TONNE: Nach meinem Wissen gibt es mehr Möglichkeiten, als eine Klasse zu überspringen. Und wir haben viele Verbünde von Schulen, die sich auch mit der Hochbegabtenförderung auseinandersetzen. Was wir im Koalitionsvertrag enthalten haben, ist auch der Hinweis, dass auch eine Begabtenförderung optimiert werden soll.
POOTH: Das kann ich bestätigen, es gibt verschiedene Programme für Hochbegabte.

GISELA HIRSCHBERGER (Vorsitzende Blinden- und Sehbehindertenverband Oldenburg): In unsere Beratung kommen oft Eltern mit betroffenen Kindern, die sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgen. Das Kultusministerium arbeitet gefühlt mit 98 Kindern in Niedersachsen, es sind aber über 600 Betroffene. Die werden betreut von 50 Blindenpädagogen, von denen viele in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Was gedenken Sie, konkret für die Ausbildung im Bereich der Sonderpädagogik und der Blindenpädagogik zu tun?
TONNE: Ich bitte um Nachsehen, aber ich hatte zu diesem Kontext noch nichts auf dem Tisch. Ich nehme das, was Sie mir gerade gesagt haben mit nach Hannover, und lade Sie herzlich ein, dass wir uns gemeinsam an den Tisch setzen und darüber sprechen.

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Gloria Balthazaar Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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