Oldenburg/Oldenburger Land - Beim Wort Bibliothek wird oft noch an eher muffige Räume, streng dreinschauende Bibliothekarinnen und ein durchdringendes „Psssscht!“ als Antwort auf jedes noch so kleines Geräusch gedacht. Doch moderne Bibliotheken sind, egal ob klein oder groß, mittlerweile meilenweit von diesem Image entfernt.
Wie weit, dass soll auch in diesem Jahr wieder der Tag der Bibliotheken am kommenden Donnerstag, 24. Oktober, zeigen. In Anlehnung an eines der Hauptthemen, das sowohl kleine als auch große, allgemeine und wissenschaftliche Bibliotheken umtreibt, steht der begleitende Wettbewerb ganz im Zeichen des Digitalen.
Wie viel Fundstücke die Bibliotheken, von denen es, ausgenommen Heimatbibliotheken, rund 320 im Oldenburger Land gibt, zu bieten haben, soll der diesjährige Wettbewerb zeigen: Auf Instagram sowie auf dem Bürgerlabor der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg „können Menschen ihre Fundstücke in der Bibliothek als Foto oder Video hochladen“, erklärt Jantje von Reeken von der Innovativen Hochschule. Die Aktion läuft bis zum 31. Dezember dieses Jahres und wird ab dem 24. Oktober in den teilnehmenden Bibliotheken beworben und genauer erklärt. Ob es sich beim Fundstück um das Lieblingsbuch, den favorisierten Lesesessel oder andere Eindrücke geht, wird nicht genau festgelegt.
Aufgrund des Angebotes der Bibliotheken sei der Wettbewerb auch für besonders viele Menschen zugänglich: Freies Wlan sowie Geräte mit Internetzugang gibt es nämlich in nahezu jeder Bibliothek. Und Tablets mit Kamera können auch in vielen Büchereien ausgeliehen werden.
Der Tag der Bibliotheken ist aber mehr als nur der Wettbewerb, über dessen Gewinner im Januar abgestimmt werden kann. Bibliotheken sind ein Ort der Begegnung, der Bildung und des Austausches über Grenzen hinweg. Auf diese vielfältigen Aufgaben wolle man hinweisen.
„Bibliotheken werden immer mehr zum Aufenthaltsort“, sagt beispielsweise Heike Janssen, Stadtbibliothek Oldenburg. Und obwohl der Trend immer mehr zu Digitalangeboten gehe, die auch von Zuhause aus abgerufen werden können, bleiben die Lesesäle nicht leer: „Obwohl wir immer mehr e-Publikationen anbieten, wird unsere Bibliothek nicht weniger besucht. Eigentlich eher im Gegenteil“, so Bärbel Gerdes, Bibliothekarin der Jade-Hochschule.
