OLDENBURG - Antje Schmidt ist glücklich: „Ich habe meinen Abschluss geschafft, ich hab’s durchgezogen und nichts abgebrochen. Das macht mich stolz.“ Nach einer erfolglosen Schulzeit, in der sie „oft einfach nicht hingegangen“ ist und „den Sinn des Lebens noch nicht verstanden hatte“, hat sie den Hauptschulabschluss seit Freitag in der Tasche, ermöglicht durch die Arge und den Hauptschullehrgang der Jugendwerkstatt der VHS. Selbst einen Ausbildungsplatz hat sie sicher. „Jetzt mache ich eine einjährige Lehre zur Altenpflegehelferin und dann die dreijährige Ausbildung zur Altenpflegerin“, sagt Antje, die in der Jugendwerkstatt eine neue Lebenseinstellung gefunden hat.
Mit ihr erhielten weitere 14 Schüler ihren nachgeholten Abschluss – alle 17 bis 25 Jahre alt. Einige wollen jetzt auch noch den Realschulabschluss machen. Zu verdanken haben sie den Erfolg auch einem neuen Aufbau. Rainer Siebolds (VHS): „Es ist das erste Mal, dass die Hauptschulprüfungen in Modulform gemacht wurden. Mit diesem in der VHS entwickelten und vom Kultusministerium genehmigten Ablauf wird bundesweit Neuland betreten.“ Gerd Hunke, Leiter der Jugendwerkstatt, der das System konzeptioniert hat, sagt: „Der entscheidende Unterschied ist, dass nicht mehr alle Fächer parallel unterrichtet werden, was die Motivation und das Durchhaltevermögen verstärkt.“ Die Schüler starten mit einem Schwerpunkt in Deutsch und legen darin nach dreieinhalb Monaten ihre Prüfung ab, dann folgen nacheinander die anderen Schwerpunkte bis alles durch ist. So werden früh Erfolge gefeiert, auf die die Schüler auch selbst aufbauen wollen und nötige Kurskorrekturen werden schneller als bisher sichtbar.
