OLDENBURG - „What is love, Baby don’t hurt me“ schallt es laut durch die Boxen. Hauptberuflich ist Prof. Dr.-Ing. Manfred Weisensee eigentlich Vize-Präsident der FH Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth und kennt sich bestens im Bereich der Angewandten Photogrammetrie und Geoinformatik aus. Als er am späten Donnerstagabend aber an den sogenannten Turntables stand, war das eher nebensächlich. Schließlich ging es darum, das junge Publikum im Cubes auf die Tanzfläche zu bekommen.
Insgesamt elf Professoren sorgten mit Unterstützung der jeweiligen Haus-DJs von Cubes, Loft und Cesar in der Baumgartenstraße für fröhliche Partylaune unter den etwa 1200 Gästen der dritten, ausverkauften „Night Of The Profs“. „Als ich beim ersten Mal dabei war, hat das so viel Spaß gemacht, dass ich noch mal mitmachen wollte“, erzählt Reinhard Schulz, Philosophie-Professor. Axel Hahn (Business Engineering) freut sich ganz besonders, dass er ein zweites Mal auflegen darf: „Beim letzten Mal ist mir die Anlage im Cubes durchgebrannt“, gesteht der Professor, der vielleicht aus eben jenem Grund in dieser Nacht erst als Letzter im Cubes auflegen wird. . . An der Supermarktkasse sei er sogar darauf angesprochen worden, dass er heute als DJ auflegen werde. Als Nachwuchs-DJ kann sich übrigens jeder Professor bewerben – die nächste „Night Of The Profs“ kommt bestimmt.
„Zwar stimmen die Professoren ihre Musikvorstellungen mit den Leuten der drei Diskotheken ab, aber im Grunde genommen sind sie frei in ihrer Musikauswahl“, verraten Veranstalter Matthias Hunecke und Christian Horneber, „wir wollen ja, dass die Dozenten authentisch rüberkommen. Ansonsten sind sie natürlich selber daran interessiert, dass die Massen bewegt werden.“
„Die Veranstaltung ist toll“, meint Besucher Matthias Korn, „das Verhältnis zwischen Dozenten und Studierenden wird auf eine persönliche Ebene gehoben. Ich finde den Kontakt wichtig.“ „Von uns legen heute zwar keine Professoren auf, aber wir wollten uns das Ganze mal angucken“, erzählen Benjamin Elbert und Anja Sies, die Hörtechnik und Audiologie studieren.
Übrigens: „Prof. Thomas Breisig, der zum 3. Mal dabei war und sich super an den Turntables gemacht hat, meinte hinterher, er überlege ernsthaft, den Beruf zu wechseln“, verrät Matthias Hunecke schmunzelnd.
