OLDENBURG - Seit langem schon tut sich am Gebäude nichts. 5 Millionen Euro sollen ausgegeben werden.
Von Klaus Fricke
OLDENBURG - Der Bauausschuss war einigermaßen ratlos. Da hatte die Politik die Verwaltung gefragt, was denn nun „mit der Zeughausstraße los“ sei. Allgemeines Schulterzucken und die Anmerkung „Das Land Niedersachsen hat alle baulichen Aktivitäten eingestellt“ waren die Antwort.Der Verweis auf das Land ist sicherlich richtig. Seit Anfang 2002 nämlich ist es für „die Zeughausstraße“, genauer für das markante Gebäude 73, zuständig. Die Fachhochschule hatte damals die ehemalige Berufsschule I von der Stadt gekauft, um das Haus als Standort für den Studiengang Audiologie und Hörtechnik sowie für Arbeitsräume anderer Institute auszubauen. Die bald folgenden Aktivitäten am Gebäude waren der Auszug des Jazzclub Alluviums und das Aufstellen eines kleinen Absperrgitters.
Seitdem hat sich die Situation nicht wirklich verändert, weshalb die Fragen im Bauausschuss durchaus ihre Berechtigung hatten. Das mahnende Beispiel der lange leer stehenden „Renaissance“- Ruine (die zeitweilig sogar gegen Einsturz gesichert werden musste) war allen noch zu präsent. Doch dazu wird es an der Zeughausstraße wohl nicht kommen.
„Wir gehen davon aus, dass das Land bis Mitte des Jahres unseren Antrag für die Baumaßnahme genehmigen und das Staatliche Baumanagement mit der Vergabe beauftragen wird“, sagte Anne Holsing, Bauplanerin an der FH, gestern auf Nachfragen der NWZ . „Ende des Jahres könnten dann die eigentlichen Arbeiten beginnen, die etwa 24 Monate dauern werden.“
Die Verzögerung des Erweiterungsprojekts der Fachhochschule um etwa drei Jahre hat Gründe, z. B. den Zustand des Gebäudes: Eine Untersuchung belegte, dass bei einer Sanierung viel mehr Eingriffe in die marode Bausubstanz nötig sein würden als erwartet. Einiges Geld musste bereits für Bauerhaltungs- und Sicherungsmaßnahmen aufgewendet werden. Und wahrscheinlich war auch die Idee, die gesamte FH aufs Kasernengelände in Donnerschwee zu verlegen, eher bremsend für teure Maßnahmen am derzeitigen Hochschulstandort. Aktuell sind fünf Millionen Euro für die Sanierung der Zeughausstraße 73 angesetzt – und die werden natürlich nur darum ausgegeben, weil ein Umzug ausgeschlossen wird.
