OLDENBURG - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich für eine dritte Integrierte Gesamtschule in Oldenburg ausgesprochen. Gegenüber der NWZ sagte Heinz Bührmann, Vorsitzender des Kreisverbands Oldenburg-Stadt: „Wir wollen eine dritte IGS, allerdings nicht ohne auf die Randbedingungen zu schauen.“ Das bedeute, dass „es eine vollwertige IGS sein muss, am besten im Stadtsüden, die attraktiv ist auch für potenzielle Gymnasialschüler. Ohne eine gesunde Mischung wird das eine Mogelpackung und am Ende eine Problemschule“.

Für eine „vernünftige, gemeinsame Schule für alle, die auch gar nicht IGS heißen muss“, sprächen auch die Spanne von 13 Jahren bis zum Abitur – statt zwölf – und das Ganztagsangebot. Bührmann geht davon aus, dass der entsprechende Antrag „jetzt Chancen hat“.

Vor allem um die IGS soll es auch auf der Jahreshauptversammlung der GEW am Donnerstag, 18. Oktober, um 19 Uhr im Hotel Heide gehen.

Lob kam von der GEW für die Einrichtung des Schul- und Lernmaterialfonds, der Familien mit geringem Einkommen (gekoppelt an den Oldenburg-Pass) pro Kind eine Beihilfe von 50 Euro für Schulbücher und ähnliches gewährt. Insgesamt stehen 200 000 Euro zur Verfügung. Damit können 4000 Schüler unterstützt werden. Um den Fonds auszuschöpfen, erinnert der stellvertretende GEW-Vorsitzende Gernot Koch daran, dass die Antragsfrist am 31. Oktober abläuft. Viele Eltern wüssten aber nichts von der Möglichkeit.

Sorge äußerte die stellvertretende GEW-Vorsitzende Wencke Hlynsdóttir darüber, dass die Stadt planen könnte, bestimmte Grundschulen wegen zurückgehender Schülerzahlen zu schließen, um sich die Bauunterhaltung zu sparen. Zu befürchten wären dann ein gefährlicherer Schulweg und die Zerschneidung bewährter Schulbezirks-Einheiten, so die GEW. Hlynsdóttir: „Wir sind erst mal gegen Schließungen. Selbst wenn eine Schule wie etwa die Heiligengeisttorschule auf Einzügigkeit hinausliefe, wäre das doch kein Problem. Es muss keine zweizügige Grundschule sein.“