OLDENBURG - Schüler interessieren sich nicht für Politik, schon gar nicht für Kommunalpolitik? Stimmt nicht. Einen weiteren Beweis tritt die IGS Helene-Lange-Schule wieder zur Kommunalwahl an. Ein großes Team von bis zu 60 Oberstufenschülern wird am 11. September mit Rückendeckung der Stadt mit anonym und freiwillig auszufüllenden Fragebögen in Zweiergruppen an den Wahllokalen stehen.
Ihre daraus gewonnene Wahlprognose wird bereits um 18 Uhr in der Wahlsendung des Lokalsenders oldenburg eins präsentiert, weit vor den ersten Hochrechnungen (gegen 19.15 Uhr zu erwarten).
Zum vierten Mal beteiligt sich die IGS daran. Bei der letzten Kommunalwahl trugen die Schülerinnen und Schüler 1400 ausgefüllte Bögen zusammen. So viele sollen es wieder werden. Am Sonntagnachmittag treffen sich dann alle in der Schule, um die Ergebnisse zu verarbeiten, die oeins dann präsentiert, einschließlich der Grafiken. Diesmal geht es zusätzlich um einige ergänzende Fragen, etwa zur Zufriedenheit mit dem Oberbürgermeister, zu Bahnlärm und Fliegerhorst.
Wir haben Super-Erfahrungen mit der IGS gemacht, deshalb sind wir wieder an sie herangetreten, sagt Frank Bekuhrs von oeins, der auch würdigte, dass Schüler und Lehrer sich hier in ihrem Freizeitbereich so engagierten. Eingebunden sind auch die Achtklässler, die die Urnen für die Fragebögen bauen.
Alle Schüler des Kernteams kündigten bei der jüngsten Besprechung am Mittwoch an, selbst wählen zu gehen auch weil sie bestimmte Kommunal-Themen interessieren. Mich beschäftigt der Umgang mit den Asylbewerbern, sagt Jonas. Fabian blickt besonders auf das Problem mit der Bahnstrecke, die direkt bei uns vorbeigeht und Constanze ist u.a. die Finanzierung des Frauentaxis wichtig. Lisa sagt: Ich habe Lust zu der Wahlprognose, weil ich finde, dass es wichtig ist, sich damit auseinanderzusetzen, auch um zu verstehen, was bei einer Wahl so im Hintergrund abläuft. Für Johannes ist auch die Trefferquote spannend. Bei den vergangenen drei Wahlprognosen gab es schon sehr gute, aber auch nicht so genaue Vorhersagen.
Lehrer Heiko Schröder-Harenberg schätzt an diesem Projekt eine sehr authentische Projektarbeit, Lehrer Remo Jauernik sieht die vielen Facetten: die Politik, die eigene Stadt, Mathematik, Datenverarbeitung. Manche Schüler machten auch erstmal einfach nur so mit, aus einer Art Loyalität, sagt Schröder-Harenberg, der Funke springt dann aber schnell über.
